Die Verhandlungen waren zäh, doch jetzt, nachdem der Bayerische Landessportverband (BLSV) sein Ja gegeben hat, kann es losgehen. Nach dem ersten Spatenstich für das neue Spielfeld des TSV Oerlenbach an diesem Samstag können an diesem Montag, 5. Mai, die Erdarbeiten beginnen. Das Spielfeld soll parallel zum bestehenden Sportplatz entstehen.
Zum Spatenstich trafen sich viele Mitglieder und Ehrengäste am Sportgelände. "Jetzt können und wollen wir nur noch nach vorne schauen. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 15. Mai werden wir nochmals die Details vorstellen, zumal sich Kosten und damit Finanzierung veränderten. Das Werk selbst ist unumstößlich. Die Hintergründe aber geben wir satzungsgemäß allen bekannt", verdeutlichte 2. Vorsitzender Jochen Straub. Gebildet wurde eine Sportplatzkommission, in deren Namen der frühere Vorsitzende Sven Schüller den Werdegang für das Projekt schilderte.

Seit den 1970-er Jahren

Ursprünge ließen sich bis Anfang der 70er Jahre verfolgen, als Platz und Sportheim entstanden. "Schon damals forderten engagierte Mitglieder einen Ausweichplatz. Dagegen stand vor allem das Wasserschutzgebiet, da die Wasserversorgung Rhön-Maintal unmittelbar neben dem Gelände eine Quelle nutzte", erinnerte er. Als sich die Auflösung des Brunnens abzeichnete, erklärte der 2004 neu gewählte Vorstand das zweite Spielfeld als großes Ziel.
Die Übernahme der Eigenbewirtschaftung des Sportheims kostete viel Energie, eröffnete aber zusätzliche finanzielle Möglichkeiten. Das Wasserschutzgebiet wurde aufgehoben, die Gemeinde übernahm den Brunnen.
"Zunächst sanierten wir das Hauptspielfeld, ehe ab 2006/2007 Überlegungen für einen Trainingsplatz anliefen", berichtete Schüller. Anfangs sei im Gespräch gewesen, das Schulsportareal zu erwerben. Doch dieses erwies sich rasch als zu klein. Ab 2008 wurde die Standortsuche mit der Gemeinde intensiviert. Schließlich beschloss man, parallel zum bestehenden Platz ein neues Feld zu schaffen. Für die Planung konnte Architekt und TSV-Mitglied Burkard Kuhn gewonnen werden.
2010 erwarb die Gemeinde Grund und Boden. Die Mitglieder begrüßten das Projekt, das nach Abklärung mit dem BLSV-Kreisvorsitzenden Rainer Werner in der Zentrale in München eingereicht wurde. Bauanträge richtete der TSV 2011 an Gemeinde und Landratsamt.

Brandbrief

"Es folgte ein nicht für möglich gehaltener Kampf mit der BLSV-Bürokratie um Formulierungen im Sportplatznutzungsvertrag bis hin zum völligen Stillstand, ehe erst ein Brandbrief an den BLSV-Vorsitzenden und mit starker Unterstützung von Gemeinde und Bürgermeister eine Wende herbeiführten", schilderte Schüller die Misere bis Ende 2013. Am 13. Dezember genehmigte der BLSV den vorzeitigen Baubeginn, so dass die Arbeiten ausgeschrieben werden konnten. Bei inzwischen neun Einsätzen mit 250 Stunden bereiteten Helfer den Baustart vor.
"Dieser 2. Platz ist ein Meilenstein für TSV und gesamtes Dorf", sichere er doch die Zukunft des Vereins und eröffne neue Möglichkeiten wie Beachvolleyball. "Gleichzeitig werden wir neue Parkplätze und ein Festgelände für die Oerlenbacher Wies`n schaffen", so Schüller .
Die Erdarbeiten führt in den nächsten drei Wochen die Firma Koch aus Veilsdorf bei Hildburghausen aus.