Im Kindergarten brennt noch Licht. Und das abends nach 20 Uhr. Seit einigen Wochen schon. Zuletzt immer öfter. Zudem sind seltsame Geräusche zu hören: Klopfen, Hämmern, Bohren und Geschnatter. Verursacht werden sie von den Eltern der Kindergartenkinder. Sie treffen sich seit Oktober regelmäßig zum Werkeln im Keller des Montessori-Kinderhauses an der Straße Im Schulzengrund.
"Wir haben uns hier im Lagerraum eine kleine Werkstatt eingerichtet", erklärt Ramona Schlereth. Nichts Professionelles, aber den Eltern reicht es aus. Die 34-Jährige ist die zweite Vorsitzende des Kindergartenvereins und verantwortlich für das rege Treiben zu später Stunde. Etwa zehn Erwachsene tummeln sich an diesem Abend in dem Raum, kleben, verpacken, bohren und verzieren - Kerzenständer, Lichterketten, Backmischungen, Marmelade und viele andere Dinge mehr.


Es wurde immer mehr draus

"Die bereiten wir für unseren kleinen Weihnachtsmarkt vor", sagt Ramona Schlereth. Dieser nennt sich "Waldfensterer Adventszauber" und findet am Sonntag bereits zum dritten Mal in Folge statt.
Dabei ist der 1. Advent in Waldfenster eigentlich für ein anderes Event reserviert. Seit vielen Jahren schon veranstaltet der Kindergarten an diesem Termin seinen traditionellen Adventsnachmittag im Pfarrgemeindezentrum (PGZ). Die Kinder singen und tanzen für ihre Eltern und Großeltern. Außerdem gibt's Kaffee und Kuchen sowie ein gemütliches Beisammensein.
"Vor drei Jahren kam die Idee auf, den internen Nachmittag mit einem kleinen Basar zu bereichern, über den wir selbst gemachte Sachen verkaufen", erklärt Alexander Pfülb, der erste Vorsitzende des Kindergartenvereins. Doch es wurde schließlich mehr daraus. Nicht zuletzt, weil zwei Väter sich zu Crêpes-Meistern erklärten und ihr Können auch unter Beweis stellen wollten.
Ein erster, etwas improvisierter Weihnachtsmarkt fand schließlich nach dem Adventsnachmittag auf dem Platz unterhalb vom PGZ bis in die Abendstunden statt. Dieser kam bei den Waldfensterern so gut an, dass er 2014 schon etwas professioneller aufgezogen wurde, was wiederum noch mehr Besucher anlockte.
In diesem Jahr läuft es richtig rund, auch weil viele Eltern bei den Vorbereitungen mithelfen. "Wir sind eine tolle Gemeinschaft geworden, haben uns richtig gut kennen gelernt. Das hätte ich nicht gedacht", sagt Ramona Schlereth. Denn alle Eltern beteiligen sich irgendwie. "Selbst wer nicht zu uns ins Kinderhaus kommen kann, bastelt zu Hause", sagt sie.
Nicht nur die Mütter, auch die Väter sind aktiv. "Die bekommen von uns etliche Aufträge, was sie alles anfertigen müssen", erklärt Ramona Schlereth und verweist auf zahlreiche Holzstücke, die zu Skulpturen und Kerzenständern verarbeitet wurden. Die Ideen dazu holen sich die Frauen aus Zeitschriften, Katalogen oder dem Internet. So entstehen zahlreiche Dinge, die es am Sonntag ab 16 Uhr zu kaufen geben wird. Ab 17 Uhr musiziert der Musikverein. "Aber auch fürs leibliche Wohl sorgen wir", sagt Alexander Pfülb.
In diesem Jahr rechnen er und seine Mitstreiter damit, dass noch mehr Besucher als sonst zum "Waldfensterer Adventszauber" kommen. "Schließlich gibt es in Burkardroth diesmal keinen Plätzlesmoadd", so der Vorstand.
Den Erlös kann das Kinderhaus wirklich gut gebrauchen. Zwar wissen die Verantwortlichen noch nicht genau, wofür das Geld verwendet wird. "Aber es werden ständig Arbeitsmaterialien und Spielsachen benötigt, die wir darüber finanzieren können", erklärt er. Im vergangenen Jahr ist damit ein Teil des Fuhrparks des Kinderhauses erneuert worden.
Nun hoffen die fleißigen Bastler darauf, dass am Sonntag auch das Wetter für den Weihnachtsmarkt passt. Noch verspricht der Wetterbericht leichten Schneefall. "Mein Traum wäre, wenn die angrenzende Multifunktionsfläche noch zur Eisfläche wird. Das wäre genial", sagt Alexander Pfülb. "Aber dafür ist es leider noch zu warm."