Vor zwei Monaten kam Sebastian Güldner aus dem Taunus nach Bad Kissingen. Für ihn war es ein Wechsel innerhalb der Helios-Gruppe. "Wir sind der lokale und regionale Grundversorger", fasst der neue "Eli"-Geschäftsführer das Selbstverständnis seiner Einrichtung zusammen. Und: "Häuser dieser Größenordnung haben eine Zukunft, vor allem durch die Einbindung in die Helios-Familie."

Eine der Stärken des Bad Kissinger St. Elisabeth-Krankenhauses sei die Erstversorgung: "Da können wir viele Sachen sehr, sehr gut machen", sagt Güldner. Hinzu komme die Spezialisierung: "Hier verbinden sich kurze Wege und qualitativ hochwertige Medizin", wirbt Güldner für seine beiden Krankenhäuser. Die OrthoClinic in Hammelburg mit ihren nur 60 Betten etwa habe sich in den Bereichen Orthopädie und Unfallchirurgie einen Namen gemacht. Wichtig seien dabei die guten Bewertungen der Häuser: So befindet sich das Eli zum Beispiel bei einer Studie zu Gallenblasenentfernungen unter den besten 20 Prozent. Wichtig sei ihm in den ersten zwei Monaten seiner Amtszeit gewesen, dass alle Angebote bestehen bleiben. "Es gibt keine einzige Indikation, die wegfällt", stellt Güldner klar. Dass zahlreiche Ärzte das Eli verlassen haben und durch den Wechsel zu Helios Unruhe aufkam, gesteht der Geschäftsführer zwar ein, aber: "Die Versorgung der Bevölkerung war nie gefährdet, da stehen wir ja auch in der Pflicht."

Etliche neue Gesichter

"Ich hatte nie das Gefühl, dass jemand wegen Helios geht", widerspricht Güldner einem Zusammenhang mit dem Träger-Wechsel. In einigen Bereichen - allen voran in der Anästhesie - habe es zwar "eine größere Restrukturierung" gegeben, aber mittlerweile seien die freien Stellen besetzt und ein neuer Oberarzt eingestellt. Für den früheren Ärztlichen Direktor Dr. Michael Kahle, der zum Jahresende 2014 in Ruhestand ging, kam Dr. Pavol Klobusicky als neuer Chefarzt Allgemein und Viszeralchirurgie. "Das war alles seit langem geplant." Lediglich die Stelle des Chefarztes Gastroenterologie, Dr. Stefan Schmitt, der demnächst geht, ist noch nicht besetzt, aber: "Das Auswahlverfahren läuft."

Zum Teil seien sogar neue Stellen geschaffen worden, so gebe es einen zusätzlichen Arzt in der Radiologie. Sogar komplett neu sei die Pneumologie: "Wir reagieren damit auf die zunehmende Zahl von Lungenerkrankungen", sagt Güldner. Das sei keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zur benachbarten Lungen-Fachklinik in Münnerstadt. Und: "Es geht primär um die Patienten-Sicherheit."

Neu ins Eli kam 2014 der Chefarzt Pneumologie Dietmar Geiger. "Die Fachgruppen-Arbeit in der Helios-Gruppe ermöglicht uns eine große Schlagkraft", sieht der 51-jährige Mediziner nur Vorteile durch den neuen Träger. 35 Experten in ganz Deutschland würden sich regelmäßig austauschen - etwa über die Erfahrungen mit neuen Medikamenten auf dem Markt. "Das Primat der Medizin ist hier nicht in Frage gestellt", betont Geiger, dass die Patientensicherheit und die Qualität der Versorgung ernst genommen würden.

Laut Geschäftsführer Güldner steht das Eli auch wirtschaftlich gut da. Ein Beleg seien die Investitionen: Jeweils eine Million Euro sollen heuer in den Bauunterhalt und in die technische Ausstattung gesteckt werden, unter anderem werde die Radiologie komplett auf digitale Technik umgestellt.

Einen etwas anderen Blick hat der Betriebsratsvorsitzende Andreas Hämel auf die Lage im Eli: "Die Personal-Situation ist angespannt", fasst er die Stimmung zusammen. Umso mehr hoffe er auf die Politik und die Einführung von festen Bemessungs-Kriterien in Krankenhäusern, denn: "Im Moment kann jeder Betreiber machen, was er will."

Über Details will Hämel allerdings mit Verweis auf die anstehenden Tarif-Verhandlungen nicht sprechen: "Wir sind in einer heiklen Situation", sagt er zur Begründung.