Zum 23. Mal finden in dieser Woche die Oerlenbacher Kulturtage statt. Heuer widmet sich die Veranstaltung der Städtepartnerschaft von Oerlenbach mit Douvres-la-Dèlivrande, die seit zehn Jahren besteht. Von Beginn an blieb bis heute der Rahmen mit musikalischem Auftakt am 2. und Ausstellung am 3. Oktober erhalten.
Die Idee, auf eine Partnergemeinde in Frankreich zuzugehen, entwickelte Bürgermeister Siegfried Erhard (CSU), dem es Anfang der 90er Jahre gelang, erste Kontakte über den Bezirk Unterfranken in die Normandie zu knüpfen. Das erste Beschnuppern entpuppte sich rasch als konkrete Lösung, unterstützt von Gemeinderat und Partnerschaftskomitee. Dieses leitet von Anfang an Verena Bohl. Noch länger am Amt ist ihr Pendant in Douvres, zehn Kilometer nördlich von Caen am Atlantik gelegen.
2003 besiegelten beide Kommunen ihr Miteinander mit Festakten im Frühjahr in Douvres und im Herbst in Oerlenbach. Rasch entwickelten sich Freundschaften, allen voran der beiden Bürgermeister Siegfried Erhard und Laurent Huet, dem inzwischen mit gleicher Begeisterung Thierry Lefort folgte. Trotz der weiten Entfernung von 1000 Kilometern gelang es den Verantwortlichen, ein freundschaftliches, offenes und frohes Miteinander aufzubauen. In den ersten Jahren liefen im Wechsel sportliche Vergleiche von Jugendmannschaften. Zuletzt gab es mehr kulturelle und gesellige Treffen, die im wesentlichen Komitee und Vereine mittrugen. Ganz tolle Ergänzungen brachten Radsportunternehmen, die auf Oerlenbacher Seite Hubert Schott initiierte. Die Radler besuchten sich nicht nur gegenseitig, sondern unternahmen eine gemeinsame Tour nach Brüssel. Weitere Ziele wie Straßburg sind in Planung.

Eindrücke von der Partnerschaft

Bei allen Besuchen in der Normandie konnten die Oerlenbacher große Gastfreundschaft genießen. Auf beiden Seiten tragen vorrangig die gleichen Gesichter das Miteinander, ohne zu vergessen, weitere und vor allem jüngere Bewohner einzubinden. Vor allem Bürgermeister Siegfried Erhard hat sich in Douvres großes Ansehen erworben. Dort kennen den "Siggi", wie sie ihn nennen, viele Bewohner. Bei einem seiner letzten Besuche ernannte ihn dort die Kommune zum Ehrenbürger.
Viele Eindrücke von der Partnerschaft bringen die Kulturtage in der Wilhelm-Hegler-Halle. Schon der musikalische Auftakt am 2. Oktober um 19.30 Uhr greift Klänge und Melodien aus dem Nachbarland auf. Der Spielmannszug des Faschingsclubs eröffnet traditionell das Programm, in dem das Nachwuchsorchester "Notenkiller" Ebenhausen, die Spirkenländer Blasmusik Rottershausen und die Blaskapelle Ebenhausen mitwirken. Gesangsvorträge von Anika Werner, Andreas Seidler und Peter Iberl bereichern den Ablauf, in den Ehrungen für Jungmusiker, die das Leistungsabzeichen abgelegt haben, und für Personen, die das kulturelle Leben in der Gemeinde förderten, eingefügt sind.
Der 3. Oktober beginnt um 9.30 Uhr mit einer kirchlichen Morgenfeier, die der Männergesangverein Liederhort Ebenhausen mitgestaltet. Im Anschluss eröffnet Bürgermeister Siegfried Erhard die Ausstellung "Wir sind Freunde - Nous sommes amis" zum 10-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft. Viele Details können die Besucher per Bild und Ton sowie in Gesprächen mit Komiteemitgliedern - darunter eine Abordnung aus Douvres - erfahren. Besonderer Reiz: "Versücherli" aus der Normandie wie Cidre, Pommeau oder Calvados.
In Vorbereitung und Abwicklung engagieren sich Partnerschaftskomitee und Vereinsgemeinschaft Rottershausen. Nicht zu kurz kommen muss das leibliche Wohl, darunter am 3. Oktober ab 11.30 Uhr fränkische Gerichte und ab 13.30 Uhr Kaffee und Kuchen. Der Aufbau erfolgt am Dienstag, 1. Oktober, um 18 Uhr, der Abbau am 3. Oktober unmittelbar nach Ende der Ausstellung um 18 Uhr.