Der Heimatverein Aschach hat durch Crowdfunding über die Raiffeisenbank bei der Bevölkerung Geld für die Restaurierung eines prominenten Grabmals im Aschacher Friedhof gesammelt.

In kaum einem Friedhof im Landkreis - den Kissinger Kapellenfriedhof vielleicht ausgenommen - sind so viel sehenswerte Grabdenkmäler zu besichtigen, wie im historischen Gottesacker von 1866 in Aschach. Hier ruhen sie gut, die verstorbenen Bürger der Gemeinde. Auch die prominenten Toten haben sich einst ihre letzte Ruhestätte mit Blick auf das Aschachtal und das Schloss ausgesucht. Und weil nicht wenige auch begabte Künstler beauftragen konnten, ihren ewigen Schlaf würdig auszugestalten, ist diese Stätte auch eine kleine Skulpturenschau. Die Gemeinde und der Markt Bad Bocklet haben das früh erkannt. Der wunderschöne Platz wird vorbildlich gepflegt, bedeutende Grabdenkmäler sind von den Eigentümern zurückgekauft worden. Und weil es den Heimat-,Wander- und Gartenbauverein Aschach gibt, der sich dem Erhalt von Flurdenkmäler und auch den Grabstätten widmet, ist der Friedhof zu einem Kleinod der Bestattungkultur unserer Region geworden.


Europäischer Rang

Das Grabmal des Aschacher Ehrenbürgers Dr. Franz Michael Werner wurde von seinem Freund, dem Bildhauer und Münchner Akademieprofessor Balthasar Schmitt, gestaltet. Dr. Werner, der zeitlebens als hochgeschätzte honorige Persönlichkeit galt, und von der armen Rhönbevölkerung als Arzt und Mensch verehrt wurde, erkannte früh die künstlerische Begabung Schmitts und förderte dessen Karriere. Schmitt schuf unter anderem mit dem Justizpalast und der Statue der Justitia in München, aber auch in der Region mit dem Kriegerdenkmal am Bahnhof Bad Kissingen oder dem "Grabfeldia Brunnen" in Bad Königshofen Werke von europäischem Rang. Auch das Grabmal seiner Eltern und die Aschacher Friedhofskapelle hat der dankbare Sohn seiner Heimatgemeinde erbaut.


Behutsame Restaurierung

Die Inschrift auf dem Grabmal des Dr. Werner war stark verwittert. Das Marmorrelief hatte sehr gelitten. Auch das Gedicht: "Wie nie sonst einem Menschenkind ..." - Dr. Werner machte sich auch als Lyriker einen Namen - war kaum mehr lesbar, erklärte Herta Müller, die Vorsitzende des Heimatvereins zur Begründung für die Maßnahme: "Weil die Aschacher Bürger Kunst würdigen, haben wir uns an das ,Projekt Aschacher Friedhof‘ gewagt."


Bürger spenden 2185 Euro

"Heimat fördern", heißt das Crowdfunding-Programm der Raiffeisenbank, das unter dem Motto von F. W. Raiffeisen steht: "Was einer nicht schafft, das schaffen viele." Die Bank unterstützt Projekte rund um die Heimat, mit viel Knowhow und legt für je zehn Euro Einzahlung für das Projekt nochmals fünf Euro dazu. Das Konzept passte zum Vorhaben, und der Verein konnte sich auf die Spendenfreudigkeit der Bürger verlassen. Die Schatzmeisterin des Vereins, Brunhilde Hillenbrand, durfte sich am Ende des Projekts über 120 Unterstützer freuen, die insgesamt 2185 Euro eingezahlt haben. Der Crowdfunding-Beauftragte der Raiffeisen Bad Kissingen-Bad Brückenau, Roland Schmitt, konnte durch 610 Euro Förderung der Bank einen Scheck über insgesamt 2795 Euro überreichen. Mit Michael Bauer fanden die Verantwortlichen einen versierten Künstler aus der Aschacher Bildhauerfamilie. Der säuberte in mühevoller Kleinarbeit Marmorportrait, Schriftplatte, Kreuz und Betonsteinaufbau fachmännisch, verfüllte Risse, erneuerte Farbgebung und fasste die Inschriften neu. Dabei zählte er die Stunden nicht so genau, so konnte die Kassiererin gut schlafen. Um das Ensemble besonderer Gräber weiterführen zu können, spendierte die Marktgemeinde die Aufpflasterung rund ums Grab.


Bürgermeister freut sich

So konnte sich Zweiter Bürgermeister Andreas Sandwall über ein äußerst gelungen restauriertes Grabdenkmal innerhalb der kleinen Aschacher Friedhofs-Kunstreihe freuen und lobte den im Februar 1921 verstorbenen Ehrenbürger. "Der ,Öschicher Bauerndoktor‘ war ein Menschenfreund und Wohltäter, der hat so ein Grabmal verdient", betonte Sandwall.