"In dieser Form ist das beim Ebenhäuser Fasching unser letzter Auftritt als Gößmannkeller. Den offenen Jugendtreff gibt es derzeit nicht mehr, und auch wir sind älter geworden. Vielleicht tritt eine andere Gruppe in unsere Fußstapfen." Matthias Dees hat mit der Sketchgruppe in den vergangenen zehn Jahren stets mit seinem Team tolle Akzente beim Ebenhausener Faschings gesetzt. Jetzt kam sein Finale im Gößmannkeller und "der Abschied" mit einem Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt klappte perfekt.
"Der Gößmannkeller" war einer von zahlreichen "Nummern" bei der Elferratssitzung des Faschingsclubs Selbsthilfe in Ebenhausen. Es war wieder einiges geboten, Motto "Zauber in der Manege" . Bei bester Stimmung. Mit der Lufthansa und mit Matthias Dees als Kapitän begab sich der Gößmannkeller auf die Zeitreise. Für die Passagiere lagen Sauerstoffmaske und Schwimmflügel bereit. Es gint zu Geishas und Samurais, in den Wilden Westen, zu Schneewittchen und Rotkäppchen, zur Biene Maja und zu den Fans der Volksmusik. Wer Lust hatte, machte mit.

Wie eine Nummer aufgebaut wird

"Wir suchten ein Thema und sammelten Grobvorstellungen. Die Details arbeitete ich aus", blickte Matthias Dees zurück. "Ein paar Jahre zuvor gab es schon eine Gruppe, die einen Tanz zeigte. Wir bauten darauf auf und erweiterten den Beitrag zu einem Sketch. Mal waren wir zehn, mal zwanzig Akteure, heuer 18. Aber immer hat es Spaß gemacht. Und immer hat es den Leuten gefallen, das war ganz wichtig und hat für das nächste Jahr ermutigt." Jetzt will das Team mit und um Matthias Dees eine Pause Pause machen: "Schau`n wir einmal".
Der "Treff Gößmannkeller" habe geschlossen, vielleicht tritt eine andere Gruppe in die Fußstapfen. Diesmal jedenfalls begeisterte die Truppe, bei der Lisa Borst als Marianne Rosenberg und Bürgermeister Siegfried Erhard zum Song "Ich gehör zu dir" auf die Bühne kamen. Der Bürgermeister bekam auch noch eine besondere Amtskette - mit Fotos der Auftritte überreichte.

Ein fünfstündiges Programm

Prächtige Garde- und Showtänze, Zünftiges aus der Bütt, schwungvolle Vorträge des Spielmannszuges, Gesangseinlagen und Sketche füllten unter dem Motto "Zauber in der Manege" das gut fünfstündige Programm, das Sitzungspräsident Matthias Besler und sein Elferrat - alle in neuen Uniformen - fest in Griff hatten. Erstmals stand mit Silvia Reith eine Sitzungsvizepräsidenten zur Seite. Die Bad Kissingerin ist seit mehr als 25 Jahren beim Faschingsclub Ebenhausen, heute ist ihre gesamte Familie im Verein und aktiv. Warum so lange in Ebenhausen? "Mit der Vorsitzenden Jutta Markert bin ich seit vielen Jahren eng befreundet. Wir verstehen uns wunderbar. So ist es für mich selbstverständlich den Verein nach besten Kräften zu unterstützen", bekennt sie. Das will sie auch weiter tun.

Das Tier in der Frau

Seit Jahren zählt Fabian Wahler zu den Höhepunkten der Elferratssitzungen in Ebenhausen. Er hat sich längst über die Region hinaus als Aktiver der "Schwarzen Elf" Schweinfurt einen Namen gemacht. In seiner typischen Art schilderte er heuer seine Erfahrungen mit seiner Freundin, die sich als Löwe entpuppte: "Ein Tier ist stärker: Die Löwin."
Mit Spannung werden alljährlich die Tratschweiber (Renate Brand und Helga Göbel) erwartet. Sie strecken das Jahr über ihre Fühler aus, um aus Sicht der Karnevalisten die Ortsgeschichten nachzuerzählen. Die Blaskapelle hatte eine Standleitung zu Petrus beim Jubiläum: Nachts Regen, am Tag Sonne. Ein Stresslesssessel, den die Frau zur Schönheitspflege nutzt; der Tee fehle im Ort, weil "tegut" schließe; bei der Prinzenpaarsuche, geht dem Präsidenten die Verwandtschaft aus.
Seit Jahren ein Begriff sind die "fetzigen Feger" Anika Brand und Mona Kaiser. Diesmal machte sie auf zu einem mondänen Skiurlaub zu den Schönsten der Schönen, wo sich gleich zwei Weiber zusammentun müssen, damit der Bewegungsmelder anspreche bzw. der Mann eine Drei-D-Brille aufsetzen müsse, um die Schöne zu sehen. Ihr Tipp: "Trau den Augen eines Mannes nicht, die Sonne könnte durch den Schädel schauen!".

Erinnerungen an früher

Anika Brand ist von der Wiege auf mit dem Fasching verbunden. "Meine Mutter nahm mich von klein auf mit. Mit drei Jahren war ich bereits Maskottchen, mit fünf tanzte ich in der Kindergarde", erzählt sie. In allen Gardegruppen des FCSH machte sie mit, heute in der Prinzengarde. "Einmal war ich Tanzmariechen, dreimal im Tanzpaar mit Christian Weck", erinnert sie sich. Auf Bütt und Sketch angesprochen sagt sie: "Einmal war ich mit meiner Mutter auf der Bühne, seit elf Jahren mit Mona Kaiser. Wir machen unsere Texte selbst. Es ist immer eine Riesengaudi. Vieles entsteht unter Zeitdruck. Vor Weihnachten waren wir noch nie fertig". Rundum war der Abend eine perfekte, vielfältige Schau. Eine Woche lang hatten die Helfer Halle, Bühne und Technik hergerichtet, ehe die Generalprobe folgte. Beide Vorstellungen waren sehr gut besucht, vor allem am Samstagabend, als alle Plätze im Vorverkauf vergeben waren.