Corina Büttner, die bei der Stadt Schweinfurt das Sozialamt leitet - zuvor war sie Pressesprecherin von Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser - kam im Januar 2012 zu einem Unfall an der Lagerkreuzung bei Hammelburg. Bei einem Zusammenstoß war eine junge Mutter in ihrem Fahrzeug, das auf einen Acker geschleudert worden war, eingeklemmt.

"Ich konnte die Fahrertür nicht öffnen. Auf dem Beifahrersitz war ihr Kind, das unverletzt geblieben war und von weiteren Helfern in Sicherheit gebracht wurde", schilderte Frau Büttner das Ereignis. "Ich merkte, dass die Frau starke Schmerzen hatte. Als gar noch schwarzer Rauch aus dem Auto qualmte, löste ich von der Beifahrerseite aus den Sicherheitsgurt, und ein LKW-Fahrer zog die Schwerverletzte zusammen mit mir trotz des Risikos, ihr weitere Schädigungen zufügen zu können, aus dem Fahrzeug. Auf Hilfe der Feuerwehr mit Schere und Spreitzer zu warten, hätte zu lange gedauert, da Flammen aus dem Motorraum schlugen."

So haben die Beiden die Frau ins Freie gebracht. Zusätzliche Verletzungen seien nicht entstanden. Der doppelte Beckenbruch, den die Mutter erlitten hatte, sei inzwischen ausgeheilt, und sie habe keine bleibenden Schäden davon getragen.

Corinna Büttner, die in Oerlenbach wohnt, appellierte: "Haben Sie im Auto immer Handschuhe und Feuerlöscher parat!". Vor wenigen Tagen hatte ihr Ministerpräsident Horst Seehofer im Rahmen der Aktion "Helden des Alltags" die St.-Christopherus-Lebensrettermedaille in München überreicht. "Sie haben sich mutig und selbstlos eingesetzt und unser aller Respekt verdient", sagte Siegfried Erhard.

Drei junge Bürger zeichnete er für ihre beruflichen Erfolge aus. Anika Brand aus Ebenhausen absolvierte ihre Ausbildung zur Bestattungsfachkraft bei der Firma Apfelbacher und Fehr (Bad Kissingen) beziehungsweise an der Fachschule in Münnerstadt als Kammersiegerin. "Als ich mit 14 Jahren in diesem Bereich ein Praktikum absolvierte, war mir klar, hier meinen Traumberuf gefunden zu haben. Manche Freundinnen konnten das zwar nicht verstehen, aber meine Eltern standen voll hinter mir", sagt sie und hat vor, im nächsten Jahr die Meisterprüfung anzuhängen. In ihrer Freizeit engagiert sie sich in der kirchlichen Jugendarbeit und beim Faschingsclub, wo sie alljährlich in Sketchen und Gardeauftritten begeistert.

Ramona Pongratz schloss bei der Firma Hegler ihre Ausbildung zur Industriekauffrau als Zweitbeste der Industrie- und Handwerkskammer Unterfranken ab. "In einem großen Teilnehmerfeld ist das eine herausragende Leistung", sagte Bürgermeister Siegfried Erhard. Die Oerlenbacherin wurde von der Firma Hegler inzwischen in der Versandabteilung übernommen und überlegt, sich als Industriefachwirtin weiter zu qualifizieren.

Der Ebenhäuser Julian Wetzel, in der Freizeit in Feuerwehr und Samariterbund eingebunden, schnitt als Stahl- und Betonbauer als Innungsbester ab. Zuvor hatte er bereits eine Ausbildung zum Bauzeichner erfolgreich beendet. "Ich wollte nach mehr Theorie im Büro auf Baustellen mitarbeiten", begründete er seinen Schritt, "damit habe ich ideale Basis, eine Technikerausbildung anzuhängen. Von Beginn an steht mein Ausbildungsbetrieb, die Firma Otto Heil (Eltingshausen), voll hinter mir", lobte er.