40 Jahre wirkte Pfarrer Balthasar Amberg in der Gemeinde Oerlenbach. Am 1. August tritt er in den Ruhestand. Am Sonntag, 28. Juli, steht um 17 Uhr seine Verabschiedung mit Gottesdienst in der Pfarrkirche und anschließender Begegnung auf dem Kirchplatz und im Pfarrheim an.

Am 1. April dieses Jahres vollendete der Geistliche sein 75. Lebensjahr. Der gebürtige Würzburger, Sohn des Goldschmiedes Michael Amberg und dessen Ehefrau Elisabeth, legte 1957 am Humanistischen Gymnasium Würzburg das Abitur ab und trat in das Priesterseminar Würzburg ein. Hier sowie in Tübingen und Freiburg studierte er Theologie und praktizierte als Diakon in Kirchheim, ehe ihn Bischof Josef Stangl am 25. Juli 1964 zum Priester weihte. Nach Kaplanzeiten in Wörth am Main, Duttenbrunn, Hofheim, Goldbach und Zeil am Main übertrug ihm Bischof Stangl im September 1973 die Pfarrei Ebenhausen mit der Filiale Pfersdorf. 1986 gab er diese ab. Dafür übernahm er die Seelsorge in Oerlenbach und Eltingshausen. 2009 kam Rottershausen dazu, einschließlich der Leitung der Pfarreiengemeinschaft Immanuel mit ihren vier Kirchengemeinden.

Großes Pensum bewältigt

In den vier Jahrzehnten bewältigte der Geistliche ein Riesenpensum. Neben äußerliche Zeichen wie Sanierung der Kirchen, Kindergärten und Jugendheime ging es ihm vor allem um Vermittlung und Vertiefung des Glaubens. Würdige Feier der Gottesdienste, intensive Vorbereitung auf Taufe, Kommunion und Firmung, einfühlsame Unterstützung für Menschen in Not, stete Unterstützung der kirchlichen Gremien und Offenheit für alle Anliegen in den vier Dörfern lagen ihm am Herzen. Dass ihm oft die Zeit davon lief, lag nur nahe. Im wahrsten Sinne des Wortes opferte er sich für Gott und Mitmenschen auf. Nur selten und kurz gönnte er sich Urlaub. Im Pfarrhaus, wo ihn über viele Jahre seine Haushälterin Luzie umsorgte, brannte oft bis tief in die Nacht Licht in seinem Arbeitszimmer. Manchmal bekannte er: "Heute Nacht war ich gar nicht im Bett."

Gerne pflegte er Geselligkeit, vor allem bei Ausflügen, Fahrten und Faschingsfeiern, wo er manch lustige Geschichten und Lieder zum Besten gab. Trost und Zuversicht spendete er in Krankheits- und Trauerfällen. Als wichtig erachtete er die Ökumene mit dem Ziel der Wiedervereinigung im Glauben.

Seine Leistungen fanden in vielen äußeren Zeichen ihre Anerkennung. Neben Priesterjubiläen und Ehrungen durch Vereine ernannte ihn die Gemeinde zu seinem 70. Geburtstag zum Ehrenbürger. Die vielen Aufgaben lassen ihn auch in diesen Tagen nicht zur Ruhe kommen. Wie die Seelsorge in den vier Pfarreien weitergeht, beschäftigt ihn, zumal auch Gemeindereferentin Nicole Marx kürzlich ausgeschieden ist. "Einen Nachfolger gibt es noch nicht", bestätigt er. In den Ferien wird Pfarrer Okafor aus Nigeria wieder da sein. Als Administrator fungiert zunächst Pfarrer Ziegler (Garitz).

Pfarrer Amberg wird nach Würzburg ziehen. Zuvor gilt es, alle Arbeiten abzuschließen, um seinem Nachfolger geordnete Verhältnisse zu hinterlassen. Dankbarkeit und Wehmut gleichermaßen erfüllen am Sonntag Pfarrer und Gläubige, wenn es nach so langer Zeit heißt Abschied zu nehmen. Gewiss werden nicht alle Bande durchtrennt, liegt doch Würzburg nicht aus der Welt.