Benner ist seit sage und schreibe 60 Jahren ununterbrochen in Vorstandsfunktionen tätig. Grund genug, diesem "Sport-Urgestein" einige Fragen zu stellen.

Frage: Winfried Benner hat schon viele Auszeichnungen bekommen. Was bedeutet dir diese jetzt?
Winfried Benner: Ich habe mich darüber sehr gefreut, denn sie kam völlig überraschend, und sie ist ein schöner Abschluss meiner langen ehrenamtlichen Tätigkeit im Sport. Angefangen hat dieses Engagement schon 1953 in meiner Geburtsstadt Boppard/ Rhein als Vorsitzender des örtlichen Schulsportvereins. Noch heute bin ich als Ehrenvorsitzender des TV/DJK Hammelburg und als Sprecher des Ältesten- und Ehrenrats im Vereinssport eingebunden. Dazwischen führte ich beispielsweise 20 Jahre lang den Kreisverband Bad Kissingen des BLSV (Bayer. Landessportverband) mit insgesamt 145 Vereinen, bin seit 60 Jahren als Sportabzeichenprüfer tätig und leite seit 32 Jahren das Sportkuratorium Hammelburg.

Du warst ja auch der Gründungsvater des TV/DJK Hammelburg. Wie war das damals?
Das war eine schwere Geburt. Nachdem ich beide, damals noch konkurrierenden Sportvereine als Vorsitzender geführt hatte, habe ich in langen Gesprächen meine Argumente für einen Zusammenschluss immer wieder vorgetragen und die Unterstützung vieler gleich gesinnter Sportfreunde gefunden. Heute ist der Großverein mit 2300 Mitgliedern eine Selbstverständlichkeit.

Blicken wir über die Grenzen unserer Heimat hinaus. Gibt es da auch sportliche Höhepunkte in deinem Sportlerleben?
Ja, sicherlich. Zum einen meine Mitarbeit im Pressestab des Organisationskommittees der Olympischen Spiele 1972 in München. Zum anderen meine Berufung zum Cheftrainer und Delegationschef der Fünfkämpfer der Bundeswehr. Dafür habe ich meinen Urlaub geopfert.

Welche Erfahrungen kannst du an junge Leute weitergeben?
Die wichtigste Erfahrung ist wohl die Faszination am Sport und am Vereinsleben. Freude an der Bewegung, Kameradschaft, Wettkämpfe, der Umgang mit Sieg und Niederlage sind prägende Erlebnisse, die gerade im Zeitalter des Internets ihre besondere Bedeutung haben. Auch die Übernahme von Verantwortung, z.B. als Übungsleiter oder Clubassistent, ist nicht nur für die Vereine wichtig, sondern helfen oft auch bei Bewerbungsgesprächen und im Berufsleben.

Hast du auch als 77-Jähriger noch Wünsche und Träume?
Einmal, dass es mir trotz gesundheitlicher Probleme gelingt, das 60. Sportabzeichen in Folge zu erwerben. Das ist nun mal mein besonderes Hobby. Zum anderen wünsche ich mir, dass ich den Vorsitz des Sportkuratoriums und die Mitarbeit im BLSV-Kreisverband rasch in jüngere Hände übergeben kann.
Das Gespräch führte Alfred Ruppert.