Eigentlich wollte der 50-Jährige aus Bad Kissingen nur seiner neuen Flamme helfen. Eigentlich. Am Ende saß er im Amtsgericht Bad Kissingen auf der Anklagebank. Der Vorwurf: Geldwäsche. Heute sagt er: "Das war eine riesengroße Dummheit aus Liebe." Im Sommer lernte er die Frau aus Russland bei einer Singlebörse im Internet kennen. Die beiden verstanden sich gut. Die Russin gefiel ihm. Sie gefiel ihm immer noch, als sie ihn darum bat, Geld über sein Konto an sie zu überweisen, das angeblich von ihrer Familie stammte. Von ihrer Cousine, über die Tante und den Onkel in Deutschland sollten knapp 5000 Euro auf ein Konto in Russland wandern. Dass das Geld aus einem Computerbetrug stammte, ahnte der kaufmännische Angestellte nicht.
Erst nachdem die Frau dem 50-Jährigen mit der Polizei drohte, gefiel ihm die Situation nicht mehr. Das Geld sei nicht schnell genug bei ihr angekommen. Der 50-Jährige wurde stutzig und ging selbst zur Polizei. Weil aber auch er mit dem Geld hantiert hatte, ermittelte die Polizei gegen ihn.
Er überzeugte das Gericht von seiner Ahnungslosigkeit. Gegen eine Geldauflage in Höhe von 600 Euro wird das Verfahren eingestellt. Er ist heute vorsichtiger: "Die Lehre hab´ ich gezogen", sagt er.