Robert Krug ärgert sich. Und das schon seit 20 Jahren. Denn immer wieder dringt Wasser in seinen Keller ein, etwa 30 bis 40 Zentimeter hoch. Das sickert bei Hochwasser aus dem direkt vorbeifließenden Mühlbach in sein Haus, das in Burkardroth an der Ecke Obere Marktstraße/ Lanzenweg steht. "Das war früher nicht so", erklärt der Anwohner. Das Wasser gelangt erst seit Mitte der 1990er-Jahre in seinen Keller.
Die Ursache dafür kennt Robert Krug: "Damals wurde die Untere Marktstraße saniert und der Zufluss des Mühlbachs in die Aschach verkürzt." Somit entsteht bei Hochwasser ein Rückstau. Zwar hat die Gemeinde vor etlichen Jahren eine Mauer mit Steckwehr errichtet, in das der Anwohner bei drohender Flut ein Brett einsteckt. Doch das reicht nicht aus, um das Wasser am Eindringen in sein Haus zu hindern. Das Problem könnte nun bald gelöst werden.


Bald für 40-Tonner geeignet

Die Gemeinde plant, die Brücke vor dem Haus neu zu bauen, damit diese künftig von 40 Tonnen schweren Fahrzeugen überquert werden kann. Das Bauwerk verbindet an der Einfahrt Lanzenweg die Ortsteile Burkardroth und Zahlbach und überquert die Aschach und den Mühlbach. Zwei Gewölbe sind an der Brücke sichtbar. Bei dem nun geplanten Brückenneubau ist vorgesehen, den Durchlass für den Mühlbach zuzuschütten und das Gewässer vor Krugs Haus in die Aschach einzuleiten. Die konkreten Pläne dafür stellte Bauingenieur Robert Zehe am Dienstagabend in der Marktgemeinderatssitzung vor.
Rund 336 000 Euro soll das Vorhaben kosten, teilte der geschäftsführende Beamte der Gemeinde, Gerhard Zeller, mit. Das sind etwa 26 000 Euro mehr als ursprünglich angenommen. "Denn bei den ersten Planungen war die Stilllegung des Gewölbes für den Mühlbach noch nicht berücksichtigt", erklärte Zehe.


Teuren Plan hinterfragt

Bei einigen Marktgemeinderäten kam der teurere Plan zunächst weniger gut an. So fragte der Premicher Frank Voll nach, ob der Anwohner nicht selbst dafür sorgen müsse, sein Haus vor Hochwasser zu schützen. Bürgermeister Waldemar Bug erklärte, dass das Mühlrecht nicht mehr bestehe und die Gemeinde für den Unterhalt des Mühlbachs, ein Gewässer dritter Ordnung, aufkommen müsse.
Dieser ist genau genommen ein Teil der Aschach. "Der Mühlbach wurde vor über 200 Jahren angelegt", weiß Robert Krug. Seiner Familie gehört das Anwesen, die ehemalige Wolfsmühle, an der Ecke zum Lanzenweg seit 1906. Damals hatte es sein Urgroßvater gekauft. "Schrot und Mehl wurden darin gemahlen. Das habe ich als Junge noch miterlebt", erzählt er.
Der Mühlbach beginnt auf dem heutigen landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Metz in der Straße An der Walkmühle und verläuft parallel zur Aschach bis zur Marienfigur in der Oberen Marktstraße. Kurz nach der Brücke zum Lanzenweg fließt er wieder in die Aschach. "Früher, vor der Straßensanierung, befand sich dieser Zufluss etliche Meter weiter unten und bereitete keine Probleme", erzählt der Anwohner.
In der Sitzung durfte er seine Sicht schildern und machte deutlich, dass, sollte die Brücke ohne die Abdichtung des Mühlbachs neu gebaut werden, er die Gemeinde bei eventuellen späteren Schäden wie etwa Wasser im Keller in die Pflicht nehmen werde. Das sei ein Gemeindeproblem. Letztlich stimmten alle anwesenden Räte dem Neubau der Lanzenweg-Brücke zu.


Wermutstropfen bleibt

Robert Krug zeigte sich nach der Sitzung erleichtert, dass eine Lösung für sein Hochwasserproblem gefunden wurde. Dennoch bleibt für ihn ein Wermutstropfen. "Weil unter meinem Hof ein Teil der Brücke verläuft, muss dieser für den Neubau aufgegraben werden", sagt er. Dabei habe er ihn erst heuer neu gestaltet.