Die Georgibläser Bad Brückenau und Andreas Kleinhenz - zwei Namen, die seit 24 Jahren untrennbar mit einander verbunden sind. Doch nun ist es mit der Verabschiedung Kleinhenz' anlässlich eines Auftritts am Bartholo mäus fest offiziell: Die Wege von Orchester und Dirigent werden sich im Herbst trennen.

"Deine Entscheidung hat jeden von uns hart getroffen, viele von uns hast du von Kindesbeinen musikalisch begleitet und geprägt", sagte Stefan Wießner aus dem Vorstandsteam. Der Dirigent hat die frühere Knabenkapelle zu einem Oberstufenorchester geformt. "Dein musikalischer Stil und dein Dirigat haben uns und auch unser Publikum immer wieder auf ein Neues begeistert", ergänzte Wießner in seiner Laudatio. Zum Abschied erhielt Kleinhenz von den drei Vorsitzenden der Kapelle einen Bildband aus seinen 24 Jahren Georgi-Kapelle.
Letzter Auftritt von Kleinhenz mit "seinen Georgis" wird bei einem Gastbesuch im August in Ancenis sein. Auch für die Bläserklasse wird er noch bei Suche nach einem adäquaten Nachfolger hilfreich sein.

Die Zahl der Musiker jeden Alters, die von ihm unabhängig von seinem Wirken als Musiklehrer an der Realschule ausgebildet und bei den Georgis dirigiert wurden, dürfte nach Meinung der Vorsitzenden in die Hundert gehen.

Ursprung im Jahr 1799


Die Georgi-Bläser sehen sich selbst, mangels anderer Kapellen in der Stadt, in der Nachfolge der früheren Stadtkapellen, die ihre Ursprünge bis ins Jahr 1799 bei einem Mitwirken am St. Georgentag - laut Dr. Gartenhofs Geschichte der Pfarrei Bad Brückenau - zurückführen können.

Die heutigen Georgi-Bläser gehen auf das Engagement des früheren Stadtpfarrers Edgar Hilpert zurück. Er gründete im Oktober 1967 die "Pueri Cantores Bad Brückenau" mit den St. Georgi-Chorbuben und der St. Georgi-Knabenkapelle. Somit feiern die Georgibläser heuer ihr 45-jähriges Bestehen. Unter wechselnden Dirigenten und immer wieder durch Pfarrer Hilpert selbst wurden vor allem kirchliche Anlässe musikalisch begleitet.

In der Lehrerbigband


Andreas Kleinhenz, der an der Realschule Bad Brückenau Musiklehrer war, gewann Pfarrer Edgar Hilpert im Jahr 1987 für eine Übernahme der Kapelle. Kleinhenz war damals vor allem bekannt als Trompeter und Keyboarder bei den "Swingin Five" aus Wildflecken und stammt aus einer Musikerfamilie. So war sein Vater viele Jahre beim "Eierhauk-Trio". Heute noch spielt Andreas Kleinhenz regelmäßig bei der Lehrerbigband Bayern mit und hatte hier auch schon zahlreiche internationale Gastspiele. Die Zahl der nichtkirchlichen Auftritte wurde im Lauf der Jahre stetig erhöht, ebenso wandelte sich das Repertoire der Kapelle.

Nach einem Dirigenten suchten die Georgis mit den Worten: "Wir sind ein Mittel- bis Oberstufenorchester mit rund 35 Musikern. Angefangen vom Traditionsmarsch, weiter über Swing und Bigband-Sound, welcher unser Schwerpunkt ist, bis hin zu aktuellen Stücken aus Film, Rock und Pop, bietet das Orchester ein breit gefächertes Repertoire, mit dem unter anderem Auftritte bei diversen Festen und Konzerten bestritten werden." Zeitweise hatte die Kapelle sogar bis zu 50 aktive Musiker quer durch alle Instrumentensätze. Im Mittelpunkt stehen noch heute die Gastbesuche in der Partnerstadt Ancenis, das Jahreskonzert im März und die Aufnahme eigener Musikträger seit 1993.

Die "Pro Musica-Plakette" hat den Musikern im März 2007 der damalige bayerische Kultusminister Thomas Goppel verliehen. Seit dem vergangenen Jahr wirken sie am Vorprogramm zum Open-Air-Klassikkonzert des bayerischen Kammerorchesters mit.

Vor zwei Jahren wurde mit der Gründung einer eigenen, unabhängigen Bläserklasse unter Leitung von Andreas Kleinhenz die Nachwuchsarbeit verstärkt. Unlängst erst trat er mit den "Fortissimo-Kids" beim "wilden Sommer" in Wildflecken auf.