Der Digitalfunk beschäftigt nicht nur die Feuerwehren seit rund zehn Jahren, schon 2006, zur Fußballweltmeisterschaft, sollte der "neue Funk" länderübergreifend eingeführt werden. Einen kurzen Sachstandsbericht, wie weit man derzeit mit dem "digitalen" bei den Feuerwehren im Landkreis ist, gab anlässlich der Sitzung des Kreisfeuerwehrverbandes, die auch gleichzeitig Frühjahrsversammlung der Kommandanten ist, Kreisbrandrat Benno Metz.
Zwar habe alles sehr verheißungsvoll begonnen, da der unterfränkische Bezirksfeuerwehrverband es als einziger geschafft hatte, alle Feuerwehren zwischen Main und Rhön unter einen Hut zu bringen, um eine Sammelbestellung aufzugeben. Rund 8000 Funkgeräte mit einem Beschaffungsvolumen von über fünf Millionen Euro schrieb der unterfränkische Feuerwehrverband federführend dafür europaweit aus.
Während die gezeigte Gemeinsamkeit bei den Kommunen und Landkreisen viel positive Beachtung in ganz Bayern fand, wurde die gemeinsame Ausschreibung aber von der Geräteherstellerindustrie überhaupt nicht gerne gesehen. Die beiden einzigen in Frage kommenden Firmen, eine dritte schied im Vorfeld aus, da sie nur digitale Handsprechfunkgeräte anbietet, schickten die Ausschreibung zur Nachprüfung an die Vergabestelle der Regierung von Mittelfranken - und bekamen promt Recht.

1000 Geräte für den Landkreis

Nach einer geänderten Ausschreibung klagte aber wieder eine der beiden beteiligten Firmen gegen die Auftragsausschreibung des Bezirksfeuerwehrverbandes beim Oberlandesgericht in München und wieder stimmten die Richter für die Industrie und gegen die gemeinsam auf den Weg gebrachte Ausschreibung.
Kreisbrandrat Benno Metz wohnte sogar der Verhandlung am Münchner Oberlandesgericht am 13. Februar bei und erhielt wie alle Beteiligten am 20. März den Gerichtsbeschluss. Nun wird eine erneute (geänderte), aber wiederum gemeinsame Ausschreibung vorgenommen, die Landkreise und kreisfreien Städte haben sich inzwischen zur Übernahme der angefallenen Gerichts- und Anwaltskosten bereit erklärt. Wie der Kreisbrandrat unserer Zeitung gegenüber erklärte, sind allein für den Gesamtlandkreis Bad Kissingen rund 1000 Geräte zum Kauf geplant, was einer Summe von ca. 650 000 Euro entspricht.
Im Augenblick rechnet die Feuerwehrführung durch die erneute Ausschreibung mit einer drei- bis sechsmonatigen Verzögerung bei der Auslieferung. Wie Benno Metz aber weiter bekannt gab, betrifft dieses Problem aber nicht nur die Feuerwehren, sondern alle BOS-Organisationen (Behörden- und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben). Dennoch sei er guter Hoffnung, dass bis zum Jahresende die ersten digitalen Funkgeräte an die Feuerwehren ausgeliefert sind. Dann haben die Wehren, bzw. Kommunen noch drei Jahre Zeit, die georderten Funkgeräte abzurufen.

Ehrungen:
40 Jahre ehrenamtliche Feuerwehrtätigkeit:
Kreisbrandmeister (KBM) Georg Helfrich (Wildflecken), KBM Michael Kiesel, Kreisbrandinspektor Peter Sell (Hammelburg) und Kreisbrandrat Benno Metz (Burkardroth-Wollbach)

Bürgermeister Erstmals wurden im Rahmen der Kommandantenversammlung auch Kommunalpolitiker geehrt, die sich um das Feuerwehrwesen verdient gemacht haben. So erhielten stellvertretende Landrätin Magdalena Dünisch, sowie die sechs Bürgermeister Reinhard Hallhuber (Euerdorf), Günter Kiesel (Nüdlingen) Alfred Schrenk (Wildflecken) Walter Müller (Oberleichtersbach), Konrad Weingart (Sulzthal) und Ernst Stross (Hammelburg) die Bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille.

Kreisverbandsehrennadel
Atemschutzausbilder Holger Hofmann, Andreas Kröber, Karl-Heinz Mehringer (alle Bad Kissingen, sowie Roland Pfülb, Winfried Kleinhenz (beide Hammelburg), Günther Übelacker (Bad Brückenau), Frank Erhard (Weichtungen) und Christian Schmitt (Hammelburg)

Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Bronze: Die drei Kreisbrandmeister Elmar Eisenmann (Westheim), Oliver Lukaschewitsch (Fuchsstadt) und Christian Neugebauer