Erst in einen Schlauch mit Trichter, dann in eine Trompete, ein Tenor- oder Waldhorn oder gar eine Tuba zu blasen, das begeisterte alle Erstklässler der Grundschule Oerlenbach beim Start in das Programm "Wir musizieren" (WIM). Zusammen mit den Lehrkräften Edeltraud Ludwig und Marianne Wunderwald gelang es Musikpädagogin Isabell Schmitt, den Kindern Eindrücke vom schönen Hobby Musik zu vermitteln.
Das Projekt starteten Schule, Gemeinde, Blaskapelle Ebenhausen und Spielmannszug Ebenhausen sowie die Musikvereine Oerlenbach und Rottershausen. Basis sind Studien, die belegen, dass Musizieren ganzheitliche Entwicklung und erfolgreiches Lernen fördert, Motivation, Konzentration und Leistungsbereitschaft steigert sowie soziales Verhalten unterstützt.


Klatschen und Stampfen

Diese Eindrücke zeigten sich beim Besuch einer Unterrichtsstunde, in der Isabell Schmitt mit rhythmischen Bewegungen wie Klatschen und Stampfen und dem Rap "Jetzt geht`s los, wir fangen an, singen, tanzen, musizieren, jeder macht mit, was er kann" die Kinder gleich mitriss. In Punkte Instrumente kannten sich einige besonders gut aus und konnten Trompete von Posaune und Tuba unterscheiden.
Ganz spannend wurde es, als die aktiven Musikanten Marco Braunschweig (Oerlenbach), Richard Dees (Ebenhausen) und Siegbert Keßler (Rottershausen) einige kurze Kostproben einzelner Instrumente wie "Trompetenecho" gaben. Rasch verloren die Mädchen und Jungen die Scheu, ein Instrument nach Wahl anzusetzen und erste Töne zu versuchen. Hilfreich zur Seite standen die Musiker, wenn es um Blasen und Lippenspannung oder um Drücken der Ventile und die Eigenarten der einzelnen Instrumente ging.
"Ihr macht das alle sehr gut. Die Musikvereine leihen euch Instrumente, wenn ihr weiter probieren wollt oder wenn ihr ein bestimmtes Instrument erlernen möchtet", gab Musikpädagogin Isabell Schmitt weiter. Sie selbst leitet nicht nur die Blaskapelle Ebenhausen, sondern ist dort als Musiklehrerin für Früherziehung und Flöte tätig.


Eltern werden nicht belastet

Über das WIM-Projekt erhalten alle Kinder kostenlos musikpraktischen Unterricht im "Tandem", den eine Grundschullehr- und eine externe Musikfachkraft in der zweiten Hälfte des ersten und im zweiten Schuljahr erteilen. "Wir machen musikalische Grundausbildung, singen und tanzen, stellen Instrumente vor und zeigen das, was wir gelernt haben, bei schulischen Veranstaltungen", umreißt Frau Schmitt das Programm.
Zur Seite steht die Gemeinde, die sich zusammen mit den Vereinen an den Kosten beteiligt, so dass die Eltern nicht belastet werden. "Wer von euch ein Instrument lernen möchte, der kann immer zu uns kommen", versicherten zum Abschluss die Musiker aus den Vereinen und belegten mit einem Stück, wie schön dieses Hobby, das jeder erlernen kann, ist.