Mit einem Jubiläumskonzert in der Bad Kissinger Wandelhalle feierte sie jetzt ihr 25-jähriges Bestehen.
Die Postkapelle, die größtenteils aus echten "Postlern" besteht, wurde 1990 auf Anregung von Stefan Matthes durch den damaligen Amtsvorsteher, Engelbert Trapp, gegründet. "Wir haben damals ausschließlich zu postalischen Anlässen, wie Eröffnungsfeiern oder Einweihungen, gespielt. Damals waren die Musiker alle bei der Post beschäftigt. Bedingt durch die Postreform 1996, bei der viele Kollegen versetzt wurden, haben wir auch ,Nichtpostler‘ in die Kapelle aufgenommen", erklärte Stefan Matthes. Mittlerweile präsentiert sich die Kapelle auch in der Öffentlichkeit und erfreut sich bei den Zuhörern großer Beliebtheit.
So trafen die Musiker auch beim jetzigen Jubiläumskonzert genau den Nerv der Zuhörer, welche sich mit stehenden Ovationen beim Orchester bedankte. Stefan Matthes hatte mit viel Geschick Polkas und Walzer böhmischer Couleur herausgesucht, die sofort ins Blut gingen.
Mit einer ihm eigenen Begeisterungsfähigkeit riss Matthes nicht nur das Publikum, sondern auch seine Musiker mit. Dabei zeigten sich die 18 Musikanten - 13 von ihnen sind noch echte Postler - erfrischend spielfreudig und beeindruckend. Professionell setzten sie ihre Konzertliteratur zur Freude der Zuhörer um. Ob Ernst Moschs "Rauschende Birken" oder Siegfried Rundels "Musikantengruß", immer trafen sie den richtigen Ton.

In historischer Uniform

Als besonderen Gag zog sich Stefan Matthes für die Postkutschen-Polka von Herbert Borders eine historische Postillion-Uniform an, bei der man dank Peitschenknalles das Gefühl hatte, man säße auf dem Kutschbock der Postkutsche. Eine Herausforderung für jeden Trompeter ist das Bravourstück "Die Post im Walde" von Heinrich Schäffer. Nicht so für Markus Arnold. Graziös ließ er die mit vielen Triolen gespickten Solopassagen brillant auf seiner Trompete erklingen, wofür er - überaus gerechtfertigt - tosenden Applaus bekam.
Wie es bei einem Jubiläum üblich ist, standen auch Glückwünsche auf dem Programm. Der frühere Vorsteher des Postamtes Bad Kissingen, Engelbert Trapp, sagte: "Mit großem Stolz und viel Freude schaue ich auf ein gelungenes Werk - unsere Postkapelle. Diese Kapelle machte das Postamt Bad Kissingen in der Postwelt bekannt und angesehen."

Lob von allen Seiten

Oberbürgermeister Kay Blankenburg sagte: "Meist ist es bei einem Hobby so, dass man die Freude daran nicht mit anderen teilt. Bei den Musikern ist es anders. Sie geben ihre Freude an die Zuhörer weiter." Werner Scheller, Postpräsident a. D.: "Wie sich die Postkapelle in den 25 Jahren weiterentwickelt hat, ist unglaublich. Ihr könnt stolz auf euch sein." Trotz des vielen Lobes in all den Jahren ist die Postkapelle auf dem Boden geblieben. Der Wunsch, die Zuhörer zu begeistern, steht immer an erster Stelle. Dass die Kapelle nach wie vor ihr Publikum bezaubert, ist auch Stefan Matthes geschuldet, der es immer wieder versteht, sich und seine Musikkollegen zu motivieren und zu Höchstleistungen anzustacheln.