"Ich weiß basaltene Bergeshöh'n, im Herzen der deutschen Gaun" ... Viele kennen diese zwei Zeilen, kennen die Worte, die der textliche Beginn der "Hymne der Rhön" sind. Das Rhönlied beginnt nämlich so. Während heute unser Blick auf den Geburtstag der deutschen Nationalhymne fällt (siehe Seite 26), erinnern wir uns auch daran, dass es auch so was wie eine "regionale Hymne" gibt. Das Rhönlied nämlich.
... Nicht riesenhoch, doch bezaubernd schön, möcht' immer und immer sie schau'n! - Den Text bekommen allerdings immer weniger Rhöner zusammen. Ältere vielleicht noch, die haben das noch in der Schule gesungen. Heute hört man das Rhönlied allenthalben noch beim Rhönklub. Für den hiesigen Wander- und Heimatverein (rund 24 000 Mitglieder) ist das Rhönlied so etwas wie das offizielle Vereinslied, die Hymne der Rhön. "Wir singen das Rhönlied bei jeder Veranstaltung", bestätigt Thomas Hammelmann, der Vorsitzende des Rhönklub-Zweigvereins Bad Kissingen. Das Lied höre man auch schon mal an der ein oder anderen Hütte in der Rhön, gesungen von Wanderern natürlich. Wahrscheinlich sind es Rhönklub-Mitglieder.


Das Lied wird kaum gefragt

Und kennst du die herrlichen Berge nicht, gehorche dem Freunde, der zu dir spricht ... - Tatsächlich ist das Rhönlied außerhalb des Rhönklubs wenig bekannt. Edmund Seller und Robert Bauch (beide Bad Kissingen) sind musikalische Urgesteine in der Region. Montags singen sie immer mit Kurgästen in Bad Kissingen oder Bad Bocklet. "Das Rhönlied wird kaum gewünscht", berichten sie von ihren Gesangsnachmittagen mit den Kurgästen ... und Einheimischen.
(Refrain) ... Zieh an die Wanderschuh und nimm den Rucksack auf, und wirf die Sorgen ab, marschier zur Rhön hinauf! ...
Das Rhönlied wurde von Andreas Fack aus Kaltennordheim im Jahre 1912 geschaffen. Im Sommer jenes Jahres trug Fack seinen Stammtischbrüdern im damaligen "Hotel zum Hirsch" die Verse seines neu geschriebenen Rhönliedes vor. Man war begeistert und machte sich sofort an die Vertonung. Dabei wurde das neue Rhönlied mit Kaltennordheimer Bier bezecht. Am nächsten Morgen war dem Klavierspieler jedoch nach dem feuchtfröhlichen Vorabend die Melodie "verloren gegangen". Sie wurde dann mit Hilfe von Andreas Fack am Abend darauf wieder zusammengetragen.


Geboren in Merkers

Andreas Fack war Lehrer und Rhöndichter, wurde am 1. März 1863 in Merkers geboren. Hier verlebte er seine Kindheit und die ersten Schuljahre, bevor er das Lehrerseminar in Eisenach besuchte. Er wirkte von 1885 bis 1924 als Lehrer in Kaltennordheim, wo er am 28. Juli 1931 verstarb. Seine letzte Ruhestätte fand Fack in seinem Geburtsort, sein Grabstein allerdings in Kaltennordheim. Auf dem Merkerser Friedhof wurde ein schlichtes Holzkreuz aufgestellt.
Regina Rinke, die ehemalige Präsidentin des Gesamt-Rhönklubs, hat zum Rhönlied ein Heftchen verfasst, in welchem die ganze Entstehungsgeschichte steht. "Das Rhönlied ist inzwischen in der gesamten Rhön zum Volkslied geworden und wird überall in abendlichen Treffen gesungen", erzählt sie heute. Das Lied habe ja sogar in Thüringen "überlebt", obwohl es wegen des Wortes "Gaue" verboten war (Gauleiter). "In Kaltennordheim, wo es in einem Gasthaus entstanden ist, wird es bei jeder Gelegenheit gesungen", das weiß sie aus eigener Erfahrung.
Beim Rhönklub werde das Lied bei Heimatabenden oder am Biertisch gesungen. Bei offiziellen Anlässen, wie der Heidelsteinfeier zum Beispiel, allerdings nicht. Die Rhönklub-Mitglieder seien sehr textsicher, bestätigt Regina Rinke, "die Leute können fast alle die vier Strophen", stellt sie fest. "Außerhalb des Rhönklubs war ich selbst schon oft dabei, wenn das Lied irgendwo in der Rhön gesungen wurde ... Es ist ,die Rhönhymne‘."

Das Rhönlied




Hintergrund

Das Rhönlied Das Lied wurde von Andreas Fack aus Kaltennordheim im Jahre 1912 geschaffen. Es hat vier Strophen und ist die "Nationalhymne der Rhön".

Der Komponist Andreas Fack wurde am 1. März 1863 in Merkers geboren und starb am 28. Juli 1931 in Kaltennordheim. Er war Lehrer und wurde als "Rhöndichter" (Komponist und Texter des Rhönlieds) bekannt.

Das Kreuzberglied Laut dem "Liederbuch der Bergmusikanten Waldfenster" wurde die Strophe 1 von Heinz Gehlert (Würzburg) und die Strophen 2-4 von Albert Handwerker aus Unterelsbach verfasst.

pz/Wikipedia/Rhön-Wiki



Das Rhönlied

Ich weiß basaltene Bergeshöh'n
Im Herzen der deutschen Gau'n,
Nicht riesenhoch, doch bezaubernd schön,
Möchte immer und immer sie schau'n!
Und kennst du die herrlichen Berge nicht,
Gehorche dem Freunde, der zu dir spricht:

Refrain:
Zieh an die Wanderschuh,
Und nimm den Rucksack auf,
Und wirf die Sorgen ab,
Marschier zur Rhön hinauf!


Auf hohen Matten den Sonnenschein
Die kühlenden Lüfte umwehn,
Und frei der Blick in die Welt hinein
Wie wonnig, da droben zu gehn!
Und kennst du die herrlichen Matten nicht,
Gehorche dem Freunde, der zu dir spricht:

Refrain:
Zieh an die Wanderschuh,
Und nimm den Rucksack auf,
Und wirf die Sorgen ab,
Marschier zur Rhön hinauf!


Ich weiß wohl Bächlein fließen klar
Durch Wälder und Wiesenflor,
Da springt so keck die Forellenschar
Zur Freude der Angler empor!
Und kennst du die Rhönforelle nicht,
Gehorche dem Freunde der zu dir spricht:

Refrain:
Zieh an die Wanderschuh,
Und nimm den Rucksack auf,
Und wirf die Sorgen ab,
Marschier zur Rhön hinauf!


Ich könnte viel noch erzählen dir
Und singen von Berg und von Tal,
Doch nein, viel Worte erspar' ich mir
Und frage nur eins noch einmal:
Ja, kennst du die herrliche Rhön noch nicht,
Gehorche dem Freunde, der zu dir spricht:

Refrain:
Zieh an die Wanderschuh,
Und nimm den Rucksack auf,
Und wirf die Sorgen ab,
Marschier zur Rhön hinauf!