Das Kreuzberglied. Das kennen viele. Das geht auch in die Hüften, schnell wird da in gemütlicher Runde geschunkelt, wenn die ersten Takte und Zeilen gesungen werden. Aber woher stammt das Kreuzberglied eigentlich? Wer hat es getextet und wer hat es komponiert und seit wann gibt es das Kreuzberglied?
Neben dem "Rhönlied" von Andreas Fack (siehe Seite 1) kann man das "Kreuzberglied" guten Gewissens als die zweite Hymne der Rhön bezeichnen. Doch seine Entstehung liegt im Dunkeln. Kaum einer kennt die Autoren und Geschichte des Liedes. Deshalb hat sich die Saale-Zeitung auf die Suche nach den Ursprüngen des Liedes begeben.


Zwei Textschreiber

Die Recherche erweist sich als zunächst als zäh. Den Namen Heinz Gehlert findet man im Netz, hat die erste des Vier-Strophen-Liedes geschrieben. Die Strophen zwei bis vier stammen aus der Feder von Albert Handwerker aus Unterelsbach. Aber woher stammt die Melodie, wie hat sich das Lied verbreitet, und wann? Schweigen unter den Fachleuten: Hanns Friedrich, Kreisheimatpfleger im Landkreis Rhön-Grabfeld: "Keine Ahnung". Robert Bauch und Edmund Seller, die das Gästesingen in Bad Kissingen und Bad Bocklet gestalten: "Wissen wir auch nicht." Angelika Somaruga, Chefin vom Kloster Kreuzberg: "Das weiß ich auch nicht".
Wir fragen schließlich Manfred Zirkelbach (Heimatforscher in Schönau a.d. Brend), er wohnt in Sichtweite des Kreuzberges. Weiß er mehr? "Albert Handwerker hat den Text geschrieben", meint er. Richtig. Und den Albert hat Manfred Zirkelbach auch persönlich gekannt, sagt er. Dass Heinz Gehlert aus Würzburg die erste Strophe geliefert hat, wusste er nicht. Und woher die Melodie stammt, weiß er auch nicht.


Sohn Gottfried weiß mehr

Licht ins Dunkel kommt erst, als Gottfried Handwerker, der Sohn von Albert Handwerker, gefunden ist. Er zitiert seinen Vater so: "Ein Lied mit nur einer Strophe gibt es nicht", habe sein Vater gesagt. Die erste Strophe des Liedes lag ihm also vor. Ob es damals schon eine Melodie dazu gab, weiß auch sein Sohn nicht. Auf jeden Fall hat Albert Handwerker drei weitere Strophen geschrieben. "Das muss so Ende der 60-er Jahre gewesen sein", meint Gottfried Handwerker. Und die Melodie? Sein Vater habe gesagt, das sei eine alte Weise, "die eben ins Ohr gegangen ist".


Der Ablauf wird klarer

Aber so bekommt das Kreuzberglied langsam ein Bild: Der Ursprung der Heinz-Gehlert-Strophe bleibt im Dunkeln. Albert Handwerker hat sie in den 1960-er Jahren jedenfalls in die Hand bekommen und drei weitere Strophen dazu getextet. Dazu hat er eine Melodie genommen, die ihm geläufig war. Handwerker war zwar vor allem Dichter - er hat Theaterstücke geschrieben -, und er war aktiver Musiker, der bei Wirtshaussingen und in Rhönklubkreisen gespielt und gesungen hat.


Heute die zweite Rhön-Hymne

Das weiß besonders gut Regina Rinke, die ehemalige Präsidentin des Gesamt-Rhönklub. "Es kann schon sein, dass es eine alte Melodie war, zu der Gehlert einen Text gemacht hat, und Handwerker hat den Rest-Text geschrieben. Den Zusammenhang zwischen Gehlert und Handwerker kenne ich nicht. Handwerker hat durch seinen kleinen Chor sicherlich viel zur Verbreitung beigetragen. Ich kann mich an einige Auftritte der Gruppe erinnern, das war immer eine Augen- (Tracht) und Ohrenweide. Bei allen Auftritten wurde das Kreuzberglied gesungen."
Genau über diese Schiene hat Albert Handwerker sein neues Lied publik gemacht. Und so ist es mittels der Wanderfreunde schnell verbreitet worden, bis das Kreuzberglied eines Tages Allgemeingut war. Bis zum zum heutigen Tag, als die "zweite Hymne der Rhön".


Hintergrund


Das Rhönlied Das Lied wurde von Andreas Fack aus Kaltennordheim im Jahre 1912 geschaffen. Es hat vier Strophen und ist so was wie die Nationalhymne der Rhön.

Der Komponist Andreas Fack wurde am 1. März 1863 in Merkers geboren und starb am 28. Juli 1931 in Kaltennordheim. Er war Lehrer und wurde als "Rhöndichter" (Komponist und Texter des Rhönlieds) bekannt.

Das Kreuzberglied Laut dem "Liederbuch der Bergmusikanten Waldfenster" wurde die Strophe 1 von Heinz Gehlert (Würzburg) und die Strophen 2-4 von Albert Handwerker aus Unterelsbach verfasst.
pz/Wikipedia/Rhön-Wiki



Das Kreuzberglied

Komm mit mein Schatz,
nimm an meiner Seite Platz,
mit der Bimmel-Bummel-Bahn,
fahren wir nach Böschme ran,
und dort steigen wir aus,
und wandern zum Kreuzberg hinauf

Refrain: |: Grüß mir die Heimat,
grüß mir mein Rhönerland,
mit seinen Bergen,
mit seinem Saalestrand.
Dort, wo der Kreuzberg winkt, (Juhuu!)
dort wo die Saale rauscht (ja rauscht!)
ist meine Heimat,
ja da bin ich zu Haus. :|

Der Nepomuk,
auf der Haselbacher Bruck,
winkt uns fröhlich hinterher,
Kreuzberg links, ja bitte sehr.
Schnaufend geht's bis zum Roth,
und oben dann sind wir halbtot.
Refrain: |: Grüß mir die Heimat . . . . :|

Schatz, merke dir,
hier gibt's prima Klosterbier,
wer sich da nicht schadlos hält,
dem verschönt's die ganze Welt,
bis er jodelt und ruft,
Hoch lebe die Kreuzberger Luft!
Refrain: |: Grüß mir die Heimat . . . . :|

Der Abstieg dann,
fordert einen ganzen Mann,
werden auch die Knie weich,
lieber Schatz verzag nicht gleich,
und am Kniebrecherhang,
ein Saltomortale gelang.
Refrain: |: Grüß mir die Heimat . . . . :|