Dietmar Katzer war Verfechter eines lebendigen Geschichtsbildes, das sich nicht nur an bloßer Chronologie festmachte. Jetzt ist der Studiendirektor im Ruhestand 89-jährig gestorben.

Lebhaft werden ihn Kollegen und Schüler des Frobenius-Gymnasiums sowie die Familie in Erinnerung behalten. Als spannender Erzähler spannte Katzer einen anschaulichen Bogen zwischen seinen Fächern Deutsch, Geschichte und Englisch. Dabei flocht der gebürtige Weidenauer seine eigene Lebensgeschichte mit Vertreibung und Neuanfang in bewegten Zeiten ein.

Neuerungen war er stets aufgeschlossen. Im Alter von fast 80 Jahren regte er mit einem Arbeitskreis die Schaffung des Hammelburger Albums im Internet an. Seine Sorge: Während sich viele Dörfer um ihre Ortschroniken kümmern, drohe aus der Hammelburger Geschichte Vieles in Vergessenheit zu geraten. Katzer und weitere ehrenamtliche Mitarbeiter der Stadtbücherei riefen zur Einsendung von Bildern auf. Schnell mauserte sich das Hammelburger Album zu einer ansehnlichen Präsentation.

Nach seinem Studium in Bamberg trat Katzer seinen Schuldienst 1958 am Hammelburger Progymnasium mit Realschule an. Ein Jahr vorher hatte er seine Frau Trude geheiratet. Katzer betreute die Laienspielgruppe, gab Englisch an der Volkshochschule und setzte sich als Personalratsvorsitzender für die Kollegen ein. Großen Einsatz zeigte er als Beratungslehrer. Von 1977 bis zur Pensionierung 1991 war er Ständiger Vertreter des Schulleiters. Zwei Schuljahre unterrichtete er später für erkrankte Kollegen. Außerdem gab er Deutschunterricht für Asylbewerber und arbeitete in der Ära von Bürgermeister Arnold Zeller am Programm des Christlichen Bürgerblocks mit.

Neben der Ehefrau trauern auch zwei Söhne. Gottesdienst ist am Mittwoch, 28. Oktober, um 14.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche, dann Aussegnung auf dem Friedhof. dübi