Ein besonderes Ereignis in der Adventszeit ist die Behindertenweihnacht in Steinach. Dort treffen sich alljährlich Behinderte und Nichtbehinderte aus dem ganzen Landkreis, um sich auf das Fest einzustimmen. Seit 24 Jahren wird die Feier vom Bayerischen Roten Kreuz, Ortsverband Steinach, ausgerichtet. "Wir haben einen sehr guten, engen Kontakt zu den Bereitschaften, und die Zusammenarbeit klappt immer wunderbar", freut sich Marion Kriener, die für die Behinderten im Kreisverband Bad Kissingen zuständig ist. Ohne ehrenamtliche Mitarbeiter wie die Steinacher wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich. "Es ist schön, so viel ehrenamtliches Engagement vor Ort zu haben", so Kriener. Rund 90 Behinderte werden von ihr Jahr für Jahr eingeladen - zwischen 60 und 80 Teilnehmer allen Alters sind in jedem Jahr auf der Behindertenweihnacht.
Natürlich ist der logistische Aufwand in jedem Jahr groß - viele Behinderte werden abgeholt, auch für Rollstuhlfahrer stehen Transportmöglichkeiten zur Verfügung. "Ohne die ehrenamtlichen Fahrer aus den Bereitschaften des Kreisverbandes Bad Kissingen wäre das nicht zu leisten", sagt Marion Kriener. Deshalb ist sie allen Helfern sehr dankbar, die im Sinne der Behinderten bei der Feier mitarbeiten. Ihr macht ihre Aufgabe sehr viel Spaß. Denn man bekommt etwas, das nicht mit Geld aufzuwiegen ist, wie Kriener meint: "Wenn man in die Augen der Menschen blickt und sieht, dass sie glücklich bei der vorweihnachtlichen Feier sind, ist man jedes Mal wieder ergriffen."
Auch für die Helfer steht die Arbeit für den Nächsten im Vordergrund, so dass man die Mühe und Arbeit, die die Ausrichtung einer Weihnachtsfeier macht, in jedem Jahr wieder gern auf sich nimmt. "Man sieht, dass die Menschen glücklich sind. Auch unter dem Jahr freuen sich die Behinderten schon auf die Feier. Das ist für uns immer wieder Ansporn, weiterzumachen", meint Alois Gundalach, der Bereitschaftsleiter des Ortsverbandes Steinach. Dabei kann er sich voll und ganz auf sein Team verlassen.
Natürlich ist die vorweihnachtliche Feier mit allerhand Arbeit verbunden. Aber Gundalach kann sich auf die Helfer voll und ganz verlassen. Die Vorplanungen beginnen im Oktober - die Gestaltung des Programms muss abgestimmt, die Helfer eingeteilt werden. Viele Steinacher Frauen backen Kuchen für die Veranstaltung. Die Halle stellt die Gemeinde kostenlos zur Verfügung. Tische und Stühle müssen aufgestellt und Tischdekorationen hergerichtet werden. Natürlich bekommen die Besucher der vorweihnachtlichen Feier auch immer schon etwas geschenkt. Heuer hat Karin Friedel von der BRK-Bereitschaft Steinach aus Kochlöffeln 100 Nikoläuse gebastelt.
Um die Feier zu finanzieren, finden sich jedes Jahr Spender, ohne die eine Ausrichtung nicht möglich wäre. In diesem Jahr hat das Essen der FC-Bayern-München-Fanclub Saaletal gesponsert. Traurig ist Alois Gundalach nur über eines: Dass sich nur sehr wenig Menschen, die nicht behindert sind, einfinden, um mit den Behinderten zu feiern.
Auf der vorweihnachtlichen Feier war allerhand geboten. Die Bläsergruppe Steinach ist von Anfang an dabei und hatte heuer in der Henneberg-Halle ihren 24. Auftritt bei der Behindertenweihnacht. Pfarrer Michael Kubatko wusste das Publikum mit Weihnachts- und Marienliedern auf seiner "blauen Flamme", wie er seine Gitarre scherzhaft nennt, zu unterhalten. Annika und Karina Kriener spielten Weihnachtslieder. Ursula Friedrich begeisterte mit Adventliedern von Detlef Jöcker, und natürlich durfte auch der Nikolaus (Otto Dünisch) mit seinem Engel Carina nicht fehlen, um Geschenke zu verteilen. Auch die Behinderten gestalteten das Programm aktiv mit. Enrico Veth und Jasmin Beirowski trugen Weihnachtslieder vor, Angelika Pethke und Markus von Hippel ein Nikolausgedicht und Hubert Dünisch erzählte eine Weihnachtsgeschichte. Mit gemeinsam gesungenen Advensliedern klang die Veranstaltung aus.