Cornelia Dennerlein ist als Diakonin in der Friedenskirchen-Gemeinde fast zur Brückenauerin geworden. "Ich fühle mich hier gut eingebunden durch meine Arbeit und freundschaftliche Begegnungen", sagt die 50-Jährige. "Ich schätze den Menschenschlag und bin sehr gerne hier." Doch nur noch wenige Wochen bleiben ihr in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Brückenau-Eckarts.
Zu den vielseitigen Aufgaben einer Diakonin und dem Schwerpunkt der tätigen Nächstenliebe im Bereich der Kur-, Reha- und Altenheimseelsorge kommt die Wort-Verkündigung in Gottesdiensten. Der Rotstift hat im neuen Landesstellenplan der evangelisch-lutherischen Kirche die Diakoninnen-Stelle in Bad Brückenau aber kürzlich ersatzlos gestrichen.
Jetzt bereitet sich Dennerlein auf den beruflichen Wechsel vor. Im Juni/ Juli nimmt sie ihre Arbeit in der Kirchengemeinde Würzburg-Heuchelhof auf. Im Mittelpunkt wird dort die Kinder- und Jugendarbeit mit dem Projekt eines Stadtteil-Cafés stehen, das vom Diakonischen Werk und der Landeskirche als Treffpunkt für Menschen in benachteiligten Situationen getragen wird.
Als Heilerziehungspflegerin wurde die gebürtige Wiesenbronnerin in Neuendettelsau ausgebildet. Wertvolle Erfahrungen sammelte Dennerlein bei der Arbeit in einer christlichen Kommunität in England. In Rummelsberg erhielt sie die geistliche und berufliche Basis als Erzieherin. Dennerlein wurde mit 28 Jahren Diakonin und zur Vertrauensfrau der Diakoninnen-Gemeinschaft gewählt.
Seit fünf Jahren ist Dennerlein mit der Altenseelsorge in den Brückenauer Heimen und der Begleitung der Sterbenden sowie der Kur- und Reha Seelsorge betraut. Die zusätzlichen Angebote, in Gemeinschaft mit der katholischen Pastoralreferentin Christine Enders erarbeitet, seien nicht nur von Gästen und Urlaubern gerne angenommen worden.
Manche Einheimische besuchten die monatliche Abendmusik mit meditativen Texten, beteiligten sich am Abendsegen der ökumenischen Gottesdienste in der Marien- und Christuskirche, bei denen die Besucher ihre persönlichen Anliegen am Altar vorbringen konnten, oder nutzten während der besinnlichen Abendspaziergänge durch den Sinngrund die Gelegenheit zu Kontakten und Gesprächen. Etwa 15 bis 40 Teilnehmer machten bei den Angeboten jeweils mit.
Nachdem Dekan Michael Wehrwein Cornelia Dennerlein vor vier Jahren in der Friedenskirche mit der Verwaltung des heiligen Abendmahls beauftragt hatte, hielt die Diakonin regelmäßig Gottesdienste in der Friedenskirche und im Eckartser Christus-Kirchlein. Mit der religiösen Vorbereitung der Präparanden- und Konfirmanden durch Dennerlein wuchs die Verbindung zwischen den Gemeindegliedern.
Es gab dabei auch vergnügliche Anlässe, schmunzelt Dennerlein. Unternehmungen mit der Pfarrgemeindejugend standen hoch im Kurs. Mini-Gottesdienste mit der Krabbel-Gruppe im Gemeindehaus und ein Besuchsdienstkreis für Geburtstage der über 70-Jährigen wurden von der Diakonin aufgebaut.
Sie organisierte Ausflüge zu besonderen sozialen Einrichtungen für die Friedenskirchen-Gemeinde. Als Vertreterin der evangelischen Kirchengemeinde bereitete sie im ökumenischen Ausschuss mit der katholischen Pfarrgemeinde gemeinsame Gottesdienste, Wallfahrten und die Georgi-Prozessionen vor. "Ich fühle mich hier durch viele freundschaftliche Begegnungen eingebunden", sagt Dennerlein, für die das Fahrrad das bevorzugte Fortbewegungsmittel ist.
Dennerlein genießt das Wandern in der Rhön. Neben Kunst, Kino und Lesen ist es für sie der beste Ausgleich nach der täglichen Anspannung. Seit 2003 ist der Jakobsweg unverzichtbarer Teil ihrer Ferien. "Noch sind 1200 Kilometer auf der Strecke von Santiago zu bewältigen", hat sich die Diakonin die Etappen für die nächsten Jahre gesetzt. Ob es in diesem Jahr durch den Wechsel nach Würzburg klappt, ist ungewiss.
Fest steht, dass sie ein Fernstudium "Soziale Arbeit" in Fulda beginnen wird. "Ich packe es noch einmal", hat sich Dennerlein entschlossen.