Die Gastgeber und ihr Vorsitzender, Roland Lutz, hatten alles vorbereitet. Mit Infos und Führungen wurde die aktuelle Arbeit am Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei (BPOLAFZ) erklärt.
"Wir haben in Deutschland 22 BGS-Kameradschaften mit 3000 Mitgliedern. Früher trafen wir uns jährlich zu zwei Tagungen. Heute findet nur noch eine Versammlung statt. Im Vordergrund steht die Pflege des Miteinanders. Dazu kommen Ehrungen für langjährige Treue und für Schießwettbewerbe mit Kleinkaliber und Dienstwaffe", berichtet Bundesvorsitzender Wolfgang Dohrmann (Bonn), der seit 22 Jahren an der Bundesspitze steht und außerdem die Bonner Kameradschaft leitet.


Können Frauen Mitglied werden?

"Dies ist aber meine letzte Amtszeit", versichert der 84-jährige, der auch feststellen muss, dass die Kameradschaften Nachwuchssorgen plagen. Der Dachverband gewährt den Ortsvereinigungen großen Freiraum wie in der Frage, ob künftig Frauen Mitglied werden können.
Bereits 1975 haben sich die einzelnen BGS-Kameradschaften auf Bundesebene zusammengeschlossen. In Oerlenbach gründeten 64 "Grenzer" am 4. Oktober des gleichen Jahres die Vereinigung, wie Roland Lutz erklärte. Die Mitgliederzahl stieg kontinuierlich und erreichte 1995 mit 317 Männern ihren Höchststand.
In all den Jahren wurden die Beziehungen zwischen den aktiven und ehemaligen Angehörigen des BGS bzw. der Bundespolizei gepflegt. Werte wie Teamgeist, Hilfsbereitschaft, Rücksicht oder Zielstrebigkeit haben großen Stellenwert, aber es geht auch fröhlich zu.
"Im Bund versuchen wir die engen Verbindungen mit den Dienststellen der Bundespolizei beizubehalten. Das ist nicht einfach, da die Reformen große Veränderungen mit sich brachten. Wir, die wir größtenteils aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind, verfolgen alle Entwicklungen in der Bundespolizei mit Interesse und erfahren von den Dienststellen wertvolle Unterstützung", lobt der Bundesvorsitzende Dohrmann. Nachdenklich stimme, dass es in den Kameradschaften an Nachwuchs fehle.


Wirklichkeitsnahes Training

Bei ihrem Treffen in Oerlenbach konnten die 40 Delegierten aus dem gesamten Bundesgebiet Eindrücke von Aus- und Fortbildung mitnehmen. Polizeioberkommissar Erwin Ritter führte die Gruppe durch einen der Trainingsbereiche, wo Situationen wie Passkontrollen, Bahnhofslagen, Aufspüren von Sprengsätzen oder Rauschgift, verbale und körperliche Übergriffe oder Gewalt- und Terrorakte simuliert werden können.


Interesse an Kultur

"Oerlenbach war ab 1962 als Einsatzstandort für die innerdeutsche Grenze zwischen Unterfranken und Thüringen zuständig. Mit der Wende war diese Aufgabe hinfällig. Nach den Reformen gehören wir heute zu den fünf Aus- und Fortbildungszentren - ein sechstes wird gerade in Bamberg aufgebaut - und unterstehen der Akademie in Lübeck", sagte Ritter zur Geschichte.
Als eine Aufgabe sehen die BGS-Kameradschaften die Förderung kultureller Interessen. Deshalb unternahmen die Delegierten Abstecher nach Münnerstadt und Bad Kissingen mit jeweiligen Stadtführungen. Im nächsten Jahr wird die Delegiertenversammlung in Coburg stattfinden.