Zahllose Wanderer und Radler aus der Umgebung nutzten das herrliche Spätsommerwetter am Wochenende für einen Ausflug nach Feuerthal. Hier konnten sie sich mit Schoppen und Plootz stärken. Freunde aus Bad Homburg, Hunoldsthal und Thüle kamen mit dem Bus oder dem Privat-Pkw, und sogar ein Gleitschirmflieger vom nahen Hammelberg landete, um ein Glas Wein zu genießen.
Die meisten Besucher ahnten sicher nicht, wie viel Arbeit in der Organisation des Festes steckt. Hubert Schneider, Vorsitzender des Musikvereins, und rund 25 Freiwillige packten ab Freitagnachmittag fleißig an. Die Bühne für die Kapellen musste aufgebaut werden. Tische und Bänke waren aufzustellen. Auch Zeltdächer durften nicht fehlen, um die Gäste vor der noch kräftigen Sonne zu schützen. Zudem galt es, die Verkaufsstände vorzubereiten und schließlich den Backofen zu schüren. "Da müssen wir kräftig hinlangen", so Schneider.
Das ist aber noch nicht alles. Um den Wünschen der Gäste gerecht zu werden, sind beim Fest selbst rund 80 Helfer im Einsatz, die zum Teil in Schichten arbeiten. Zählt man die Feuerthaler Musikanten dazu, die den Samstagabend mit Volks- und Unterhaltungsmusik gestalteten, so ist über die Hälfte der Ortsbewohner auf den Beinen.
Daneben sorgten am Sonntag die Diebacher Dorfmusikanten und die "Eschenbacher" für Stimmung in den Reihen der Schöppler. "Mit dem Einsatz der Blaskapellen wollen wir die Tradition erhalten und den Akteuren eine Gelegenheit bieten, sich zu präsentieren", betont Hubert Schneider.

Seit zehn Jahren Dirigent


Mario Hugo, stellvertretender Kreisvorsitzender des Nordbayerischen Musikbunds, nutzte die Gelegenheit, um den Dirigenten der Feuerthaler, Georg Schaller, für zehn Jahre Dirigat mit bronzener Ehrennadel und Urkunde zu ehren. Schaller musste einst sein Engagement wegen Umzugs einstellen, kam aber nach einigen Jahren zurück und übernahm 2002 die musikalische Leitung der Kapelle.
Die Musiker kommen viel rum. So spielten sie beim Apfelblütenfest im hessischen Bad Homburg, dessen Bürgermeister jetzt höchstpersönlich zum Gegenbesuch kam. Nächsten Monat treten sie dann in Hunoldstal im Taunus zum Oktoberfest auf. Und der Vereinsausflug führte an die Cote d'Azur, wo die Musiker schon einmal vor 30 Jahren weilten.
Der Erlös des Straßenweinfestes wird übrigens nicht verjubelt. Einen Teil stellen die Musiker für gemeinnützige Zwecke im Ort zur Verfügung. Das Geld fließt zum Beispiel in die Dorfverschönerung oder Restaurierungsmaßnahmen. "Wenn im Dorf etwas anfällt, haben wir immer ein offenes Ohr", versichert Hubert Schneider.
Den Rebensaft für das Fest liefern ausschließlich heimische Winzer, Armin Kuchenbrod aus Feuerthal, das Weingut Schloss Saaleck und Elmar Wahler aus Westheim. Feuerthal verfügt zwar über Rebflächen, und zwar nicht die schlechtesten, viele lagen jedoch brach. Erst in jüngerer Zeit sind auswärtige Winzer aufmerksam geworden und haben hier Weinberge gepachtet, um sie zu bearbeiten.