Unter der Leitung von Barbara Libner und Christoph Althaus, der auch selbst mitspielte, zeigten 25 Schülerinnen und Schüler die kurzweilige Komödie "Das Wirtshaus im Spessart", angelehnt an das gleichnamige Kinostück mit Lilo Pulver aus den 1950ern.

Lokaler Bezug

Bei den Theatergruppen des Gymnasiums fast schon Tradition, aber auch der großen Zahl Mitspielender geschuldet, der lokale Bezug, den Barbara Libner mit einem Rhöner Prolog und Epilog zum klassischen Stoff dazudichtete. Inklusive Mundart, die auf einem Büchlein von Hans Schüßler über die Redeweise in der Thüngenschen Cent beruht. Auch einige Rollen sind in der Vorlage nicht zu finden, sorgen aber in Brückenau für Extra-Lacher, wie die hysterische Baronin von Porz, gespielt von Celina Halbleib.
Das ganze Schuljahr dauerten die Vorbereitungen für die Aufführungen. Den Film hatten sich die Darsteller aus den sechsten bis neunten Klassen bei einem Theatertreffen auf dem Volkers-berg angeschaut. Schon vorher - im ersten Schulhalbjahr - waren sie bei zwei Theaterworkshops. Seit den Faschingsferien probten sie kontinuierlich, zuletzt fast jeden Schultag. Der Applaus der Besucher im zwei Mal voll besetzten Wirtshaus war dann auch verdienter Lohn für den Einsatz.
Besonders gefeiert wurde Kara Bott als junge Comtesse, der es gelingt, alle Parteien einschließlich ihres gräflichen Vaters Dominik Müller so gegeneinander auszuspielen, dass es am Schluss für alle Beteiligten ein Happy End gibt, dass Räuberleben und Geldstreitigkeiten ein Ende haben.
Valentin Leitner als italienischer Graf und der Not gehorchend Hauptmann der Spessarträuber konnte die Comtesse als Braut gewinnen. Die Rhöner Spießgesellen Manuel Helfrich, Eileen Blumrich und Samuel Nelkenstock kehrten in die Rhön zurück, da sie ihrem Hauptmann nicht nach Italien folgen wollten. "Dort gibt's kä Grizzelfläsch und a kä Grombirn", so der heimatverbundene Manuel Helfrich im Epilog des Stückes.
Sehr spaßig war ein Trinkgelage der Räuber, das mit einer Polonaise durch das und mit dem Publikum endete. Dirk Hönerlage, Chef der "Größeren" der Gruppe Kompass: "Da sind einige wunderbare Talente unter den Darstellern, und ich freue mich schon, wenn sie unsere Truppe nächstes Jahr verstärken". Christoph Althaus sagte zur Idee der zwei Handlungsräume: "Als ich den Pfarrheimsaal das erste Mal besichtigte, war eigentlich klar, dass die Schanktheke ein Teil der Bühne werden musste. Warum hätten wir sie umständlich auf der Bühne nachbilden sollen." So saßen die Zuschauer an den hinteren Tischen quasi mitten im Schankraum des Theaterstücks.
Bürgermeisterin Brigitte Meyerdirks war als begeisterte Zuschauerin dabei: "Wir werden immer mehr eine kulturelle Hochburg - mit drei Theatergruppen an unseren Schulen. Da braucht man gar nicht mehr weit weg fahren, um engagiertes Theater zu erleben".