"Man sollte das Kurhausbad auf jeden Fall so erhalten, wie es jetzt ist," sagt Erwin Stein. Er will sich nicht damit abfinden, dass das Bad geschlossen wurde und möchte, dass sich Kissinger und Gäste mit ihm gegen die Schließung wehren. Mit einer Unterschriftenaktion.

Allerdings muss Stein erst einmal Unterschriftenlisten erstellen, die Aktion durchplanen. Auflegen will er die Listen dann in Geschäften, Hotels und Pensionen.

Zu wenig Werbung

Seit 2001 war Erwin Stein regelmäßig Gast im Dampfbad. Das Bad sei samstags immer voll gewesen, nur in den letzten Jahren sei die Besucherzahl etwas gesunken. Erwin Stein macht dafür aber nicht die KissSalis-Therme verantwortlich, "es ist weniger geworden, weil überhaupt keine Werbung gemacht und immer mehr Personal abgezogen wurde."

Vielen Kissingern sei die Existenz des Kurhausbades überhaupt nicht bewusst gewesen, vermutet Stein: "Es waren immer mehr Kurgäste als Bürger im Dampfbad." Aber die seien begeistert gewesen. Viele hätten die besondere Atmosphäre des Kurhausbades der einer großen Therme vorgezogen.
"Das Kurhausbad hat dem Kurstandort Bad Kissingen auf jeden Fall gut getan", ist sich Erwin Stein sicher. Manch anderer Kurort wäre froh, wenn er eine solche Einrichtung hätte.

Die bisher angedachten anderen Nutzungen des Badehauses hinterlassen bei Erwin Stein Skepsis: "Ein Umbau kostet möglicherweise so viel, dass man das Bad noch jahrelang hätte weiter betreiben können."
Erwin Stein hat seinen Frust über die Schließung des Kurhausbades bereits in einem Leserbrief in der Saale-Zeitung kundgetan. Protestschreiben gingen an die Stadt, die Staatsbad GmbH und die Vorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Fraktionen. Eine Reaktion hat er bisher nicht bekommen.

Dennoch will Stein nicht aufgeben. Denn eines dürfe nicht passieren: "Das Kurhausbad darf nicht verrotten. Man sollte es auf jeden Fall so erhalten, wie es ist, damit es in einen potenziellen Hotelneubau integriert werden kann."
Eigentümer des Kurhaus bades ist der Freistaat Bayern, Betreiber war die Staatsbad GmbH. Sowohl Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) als auch Kurdirektor Frank Oette hatten darauf hingewiesen, dass sich das Kurhausbad technische Einrichtungen mit Kurhaushotel und Kurgastzentrum geteilt hat. Mit dem Abriss der beiden letztgenannten Gebäude sei die Schließung des Kurhausbades unabdingbar geworden.

Kurdirektor Oette hatte auch darauf hingewiesen, dass das Kurhausbad in dieser Form auch ohne den Abriss des Hotels auf Dauer nicht überlebensfähig gewesen wäre. Der Betrieb des Bades habe erheblich zum Defizit des Staatsbades beigetragen. Wie hoch das Defizit des Kurhausbades war, behält die Staatsbad GmbH allerdings für sich. "Die Zahlen werden nicht herausgegeben", ließ Pressesprecherin Sandra Schmelz wissen.