Das neue Projekt eines "Quartiersmanagements" in der Gemeinde Nüdlingen hat Thomas Stadler, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), jetzt im Gemeinderat vorgestellt. Es ist nach dem Eckpunktepapier des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration ausgerichtet. Wie Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) eingangs feststellte, sei es der gemeinsame Wille aller Fraktionen des Gemeinderats, längerfristig in Nüdlingen eine "Senioreneinrichtung" mit Hilfe der Gemeinde zu schaffen. Das von Thomas Stadler vorgestellte Quartierskonzept mit einer Projektdauer von drei Jahren ersetzt keineswegs die bisherige Zielsetzung. Es kommt aber dem Wunsch alter Menschen entgegen, möglichst lange in ihrem vertrauten Wohnumfeld zu bleiben.

Große Personalressourcen

Durch den Projektträger BRK mit seinen 185 Mitarbeitern, 2000 "Rotkreuzlern" und etwa 5500 Fördermitgliedern können den Senioren vielfältige Hilfsdienste für das "Wohnen daheim" angeboten werden. Stadler nannte als Beispiele das "Essen auf Rädern", die häusliche Pflege, die Tagespflege, den Hausnotruf oder den Patientenfahrdienst. Unter dem Markenzeichen "mehrLEBEN" will man die Lebensqualität steigern.

Über das Quartiersmanagement sollen eine Grundlagenermittlung erstellt und die Bürger beteiligt werden. Das Quartiersmanagement, so Stadler, ersetze keineswegs andere bestehende Hilfseinrichtungen in der Seniorenarbeit. "Mit diesem Projekt könnte der Bedarf an Einrichtungen wie betreutes und altengerechtes Wohnen sowie stationäre und teilstationäre Unterbringung ermittelt werden", fasste Bürgermeister Hofmann zusammen.
Bei dem Projekt, das im Oktober 2015 starten könnte, würden die beiden ersten Jahre über das Sozialministerium gefördert; im dritten Jahr käme auf die Gemeinde ein Kostenanteil von 29 000 Euro zu. Damit, so Thomas Stadler, sei Nüdlingen Vorreiter im Landkreis Bad Kissingen und sogar im Regierungsbezirk Unterfranken.

Zustimmung im Gemeinderat

Der Gemeinderats zeigte sich recht angetan von den Vorstellungen eines Quartiersmanagements. Birgit Waldner (CSU) nannte es "eine Super-Chance für die Bürger, die Rat suchen." 2. Bürgermeister Edgar Thomas (CSU) sah die Angelegenheit ebenfalls positiv: "Wir können die alten Bürger am Ort halten", meinte er. Auf die Frage von Theo Hein (Bürgerblock), ob das BRK derzeit selbst eine Senioren-Wohnanlage betreiben würde, erhielt er ein klares "Nein" vom BRK-Kreisvorsitzenden. Ausgeschlossen sei es allerdings nicht. Immerhin, so ergänzte der BRK-Kreisgeschäftsführer, könne das Quartiersmanagement auch vor falschen Entscheidungen warnen.

Auftrag ans Rote Kreuz

Nach zahlreichen, überwiegend positiven Diskussionsbeiträgen stimmte der Gemeinderat einstimmig dem Projekt zu und beauftragte den BRK-Kreisverband Bad Kissingen mit der Antragstellung und Durchführung.