Es ist immer für eine Überraschung gut - das Kurorchester Bad Kissingen mit seiner musikalischen Leiterin Elena Iossifova. Man muss immer wieder staunen, welche Idee die quirlige junge Frau entwickelt und auf der Bühne umsetzt. Wer beim Herbstkonzert des Kurorchesters im Großen Saal des Regentenbaus eines der üblichen Kurkonzerte vermutete, kam verwundert wieder heraus. Was geboten wurde, war eine perfekte zweistündige Musik- und Theatershow, die von Anfang an faszinierte und bis zum Schluss spannend blieb. Mit einer ausgeklügelten Lightshow wurde die Bühne in eine stimmungsvolle Atmosphäre getaucht, eine mitreißende Konzertliteratur, die von heißen Rhythmen bis zu träumerischen Melodien eine interessante Bandbreite bot und die Gefühlswelt der rund 900 Zuhörer durcheinanderwirbelte.


Für das Kuriorchester arrangiert

Vladimir Ovodok, der das Orchester - wie schon einige Male - dirigierte, hatte die Arrangements extra für das Kurorchester geschrieben. Er gehört - wie die Sänger - zu "MuzzicDom Classica". Das ist eine Kulturorganisation in Minsk (Weißrussland), die rund um Musik, Theater, Events und Künstler auf die Erstellung von Konzerten und musikalischen Darbietungen spezialisiert ist.

So zeigte sich eine gute Zusammenarbeit des Kurorchester mit den östlichen Nachbarn. Von der Ouvertüre aus der Oper "Carmen" von Georges Bizet über Peter Tschaikowskys "Spanischen Tanz" aus dem Ballett "Schwanensee" bis hin zum "Intermezzo" aus Pietro Mascagnis Oper "Cavalleria rusticana".


Mit gut sitzender Stimme

Beeindruckend auch der Auftritt der Sopranistin Margaryta Levchuk. Mit einer wunderbaren Stimme, die auch in der höchsten Tonlage glänzte, sang sich die junge Künstlerin sofort in die Herzen der Zuhörer. Besonders bestach sie mit der Arie "Der Hölle Rache" als "Königin der Nacht" aus Wolfgang Amadeus Mozarts "Zauberflöte" und dem russischen Kunstlied "Die Nachtigall". Bezaubernd auch die Darstellung der Puppe Olympia aus "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach, die mit einem Schlüssel vom Regisseur Alexander Cha-khovski aufgezogen wurde.

Ein Hochgenuss war auch die Ballerina Mariya Plakhotsina, die mal als Carmen, mal als Schwan aus dem "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saëns tanzte oder sich zur sinnlichen Melodie der "Meditation" aus "Thais" von Jules Massenet wie im Traum bewegte.

Beeindruckend aber auch die Solisten Christoph Staschowsky (Klavier) und Ilia Zhukovski (Cello) mit der Melodie des Schwanes aus dem "Karneval der Tiere" oder Evgeny Pitanov (Flöte) und Vladimir Ovodok (Klavier) mit dem Tango "Der Tod eines Engels" von Astor Piazzolla, sowie Elena Iossifova mit der Interpretation der "Meditation". Durch das Programm führte Reinhold Roth. Mit riesigem Beifall bedankte sich das Publikum bei den Künstlern für einen wunderschönen Abend.