In der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Bad Kissingen des Bund Naturschutz (BN) im Hammelburger Pfarrzentrum zeigte sich im Rückblick wieder einmal die Vielfalt der Themen, die von den Ehrenamtlichen im BN bearbeitet werden. "Manche Themen werden uns als Umweltverband von außen aufgedrängt," kommentierte Franz Zang, der neue und alte Vorsitzende der Kreisgruppe, das Engagement gegen die Stromtrasse, den Flächenverbrauch durch Straßenbau wie bei der Umgehungsstraße KG43 um Rannungen.


Kontinuierliche Arbeit

Andere Gebiete wie der Artenschutz, die Biotoppflege und Umweltbildung in Schulen, Kitas und bei vielen Exkursionen werden von vielen Ehrenamtlichen seit Jahrzehnten kontinuierlich gepflegt. So berichtete Oswald Türbl von der Wildkatzenforschung im Neuwirtshauser Forst und dem Projekt Biberwelten im Klaushof und an der Sinn. Am "Tintenfass" am Berghaus Rhön werde versucht, den Lebensraum der Geburtshelferkröte besser zu schützen. Theo Hein fasste die Arbeit des Arbeitskreises Energie so zusammen: Artenschutz ohne Klimaschutz ist nicht möglich.


Lob für die lokalen Protagonisten

BN-Landesbeauftragter Richard Mergner leitete die Neuwahlen, die Kandidaten wurden einstimmig bzw. mit einer ungültigen Stimme gewählt. "Die BN-Kreisgruppe Bad Kissingen hat über Bayern hinaus einen guten Ruf dank Eurer intensiven ehrenamtlichen Arbeit. Mit Franz Zang im Landesbeirat und Oswald Türbl im Landesarbeitskreis Artenschutz wirkt ihr auch an den Leitlinien des Gesamt-BN mit", lobte Mergner die Anwesenden. Mergner betonte den demokratischen Aufbau des Bund Naturschutz, bei dem alle Mitglieder Stimmrecht haben und Umweltarbeit von unten und vor Ort passiere.

Richard Mergner stellte zur Mobilität der Zukunft im ländlichen Raum in einem Referat fest, dass ein intelligenter Aus- und Umbau der Verkehrswege nötig sei, statt des Neubaues von Umgehungsstraßen. Hier seien auch die Landwirte und der Bauernverband gefragt, schließlich werde wertvoller Boden für den Verkehr versiegelt. Der Verkehr sei der einzige Bereich, in dem seit 1990 statt einer CO2-Verringerung immer noch eine Steigerung vorliegt. Allein durch Elektromobilität ist eine Reduktion nicht zu schaffen.

Hierzu passte auch das Anliegen, das Werner Keller (Rannungen) vortrug und mit von der Kreisgruppe beauftragten Luftaufnahmen unterlegte. Dort soll nach Beschluss des Kreistages die KG 43 gegen den Willen des Gemeinderates von Rannungen eine Umgehungsstraße gebaut werden. Die tägliche Belastung von 900 Fahrzeugen - im Vergleich hierzu fahren 10 000 Autos durch Nüdlingen - rechtfertigt die Maßnahme keinesfalls. Die Planung einer Umgehungsstraße stammt aus den Zeiten vor dem Bau der Autobahn A71. Der Anschluss an Kissingen sei nun über die Autobahn gegeben, eine halbe Umgehung von Rannungen, wie zurzeit vorgesehen, somit nicht mehr sinnvoll.


Zahlen noch mal überprüfen

Im Bundesverkehrswegeplan, über den Anfang Dezember abgestimmt wird, sind 1500 Umgehungsstraßen vorgesehen. Diese Zahl müsse man noch viel mehr hinterfragen. Es gebe Modellprojekte, die zur Ortsberuhigung beitragen, ohne den Ort durch Umgehungsstraßen zu Geisterstädten zu machen. Dazu müsse der Straßenraum neu verteilt werden. Die Verschmälerung der Fahrbahnflächen zwinge zum Langsamerfahren. Auch Sammeltaxis, Bürgerbusse reduzieren das Verkehrsaufkommen. "Verkehr fällt nicht vom Himmel, er wird von unseren Arbeits- und Lebensgewohnheiten erzeugt," so Mergner.



Vorstandwahl 2016 Kreisgruppe Bund Naturschutz

Neu Der Vorstand der Kreisgruppe des Bund Naturschutz setzt sich die nächsten vier Jahre wie folgt zusammen: Vorsitzender: Franz Zang; Stellvertreter: Ingo Queck; Kassier: Heiko Lieb (alle drei Bad Brückenau); Schriftführer: Theo Hein (Nüdlingen); Beisitzer: Andreas Happ (Garitz), Hannelore Rundell (Nüdlingen) und Karl Schwarz (Poppenlauer); Landesdelegierter: Oswald Türbl (Schondra). Rechnungsprüfer: Hans-Jörg Blank (Wildflecken) und Reinfried Förster (neu, Schondra ).

Scheidende Vorstandsmitglieder: Marc Baumgart hat sich als stellvertretender Vorsitzender vor allem um den Artenschutz und das Kinderzeltlager gekümmert; Eva Reichert-Nelkenstock wirkte als Beisitzerin in der Kreisgruppe mit; Friedrich Mährlein war Rechnungsprüfer. Alle drei werden weiterhin aktiv im Umwelt- und Naturschutz in der BN-Kreisgruppe mitarbeiten.