Pulverdampf und Kanonendonner liegen in der Luft, rund eine halbe Stunde wird um das Rathaus von Burkardroth gekämpft. Nein, die Burkardröther sind den Kommunalwahlen keine drei Wochen voraus, es ist "nur" die Frauenrother Faschingsfußgruppe die mit 20 Damen, vier Männern und einem Rammbock das Rathaus am Donnerstag bestürmte.

Nachdem dies allerdings Bürgermeister Waldemar Bug rechtzeitig zugetragen wurde, ließ er die heimischen Schützen aufmarschieren um Rathaus, Ratsherren und -damen zu beschützen. Trotz Böllerschüssen und Konfettikanone musste er sich nach fast halbstündigem Geplänkel vor dem Rathaus seiner Widersacherin Gräfin von Löwen (Anette Wehner) geschlagen geben und wurde in Handfesseln ins benachbarte Pfarrheim verfrachtet, da das Rathaus zum Feiern zu klein war.

Die Idee zum Rathaussturm stammte von den Frauen der Frauenrother Faschingsgruppe, die schon einmal, vor zehn Jahren, das Rathaus in Burkardroth gestürmt hatten. Nun, im 20. Jahr ihres Bestehens sollte es unter Bürgermeister Waldemar Bug eine Wiederholung geben.

Ob schon damals, noch unter Bürgermeister Emil Müller, nur Wasserbomben und Konfetti vom Rathausbalkon flogen, wussten die Zuschauer auch nicht mehr. Doch wurden einige Stimmen laut "für die einfache Bevölkerung ist nicht mal mehr ein Bonbon drinnen im Gemeindesäckel".

Die Frauenröther jedenfalls hatten in ihrem "Übergabeprotokoll" gleich festgelegt, dass anders als zu Müllers Zeiten sie nicht mit Weck und Wiener abgespeist werden möchten, sondern dass "die First Lady Häppchen und Sekt im Pfarrheim auffahren möge".