"Die Fahrerseite war total beschädigt und kleine Flammen züngelten im Bereich der Armaturen", so Winkler weiter. Höchste Eile war geboten. Als erfahrener Mitstreiter des Technischen Hilfswerkes (THW) wusste er gleich, was zu tun ist. Schnell rettete er die Frau und ihre vierjährige Tochter, die unverletzt im Kindersitz saß, aus dem brennenden Auto.

Schlimmeres verhindert


"Es qualmte schon mächtig in dem Auto, als wir hinzu kamen", bestätigte Stephan Rinecker, Dienstgruppenleiter der Polizeiinspektion Hammelburg. "Wären sie nicht schon gerettet worden, als wir mit unserem Streifenwagen kamen, dann hätten der Frau und ihrem Kind erhebliche gesundheitliche Schäden, womöglich sogar der Tod gedroht", so der Polizeioberkommissar.
Für sein rasches, selbstloses Eingreifen wurde Roland Winkler am Samstag von der Polizei in Hammelburg geehrt. "Ich habe nur das getan, was ich seit 33 Jahren aus den Übungen des THW kenne", gab sich der Lkw-Fahrer ganz bescheiden.
Dienststellenleiterin Elisabeth Lindner lobte den 50-Jährigen und überreichte ihm eine Dankesurkunde: "Ihr beispielhaftes, couragiertes und beherztes Einschreiten nach diesem Unfall verdient größte Wertschätzung. Hiermit spreche ich Ihnen im Namen der Polizeiinspektion Hammelburg meinen Dank und meine Anerkennung aus."
Winkler habe schnell und richtig gehandelt, betonte Lindner. Sich unter Gefährdung des eigenen Lebens so beherzt einzusetzen, sei nicht selbstverständlich. "Es ist die Supergeschichte eines vorbildhaften Verhaltens", lobte die Polizeihauptkommissarin.
"Ich bin hier nur stellvertretend für die vielen anderen Helfer, die couragiert in solchen Fällen anpacken", war Winkler so viel Lob fast schon peinlich. Wäre er nicht schon seit jungen Jahren beim THW tätig, eine Zeitlang sogar als Ausbilder, dann hätte er nicht das Wissen und womöglich auch nicht die Entschlusskraft zum spontanen Helfen gehabt.

"Superbeispiel geliefert"


"Auch wenn der Ersthelfer vor Ort etwas falsch macht, ist er dafür nicht zur Verantwortung zu ziehen", bestätigte Hubert Koch. Er gratulierte im Namen der örtlichen Verkehrswacht. "Sie haben hier ein Superbeispiel geliefert, das allen Verkehrsteilnehmern und vor allem den schaulustigen Gaffern an den Unfallstellen ein Vorbild sein soll", so Koch.
Roland Winkler empfiehlt insbesondere jungen Menschen, sich ehrenamtlich zu engagieren: "Die Tätigkeit in öffentlichen Hilfsorganisationen wie THW, Rotes Kreuz oder Feuerwehr zahlt sich in solchen Fällen aus." Es mache ihm aufgrund seiner Ausbildung nichts aus, sich um Verletzte zu kümmern, selbst wenn diese bluten, und sie mit gekonnten Griffen aus der Gefahrenzone zu bringen.

"Erste-Hilfe-Kurs wiederholen"


Auch alle Autofahrer, die vor Jahren für ihren Führerschein einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben, sollten ihre Kenntnisse auffrischen. "So können sie mit mehr Selbstbewusstsein nach Unfällen helfen", ist Hubert Koch überzeugt.