Der Bund Naturschutz Bayern e.V. lud alle beteiligten Partner ein, um das Projekt vorzustellen und das Gelände zu besichtigen. Bayerischer Naturschutzfond, Projektträger, Naturschutzbehörden, Planer, Kurdirektion, Gartenbaufirma und stellvertretender Landrat begrüßten das Projekt positiv und wegweisend.
Seit Tagen hatte es geregnet, grau und regenschwer hingen die Wolken über dem Sinntal. "Wenn es nach uns gehen würde, könnte es den ganzen Winter so weiterregnen, das ist gut für die Natur", meinte Dr. Kai Frobel, Artenschutzreferent des Bund Naturschutz Bayern. Er zeigt dabei auf das Gelände hinter sich, das wild und geformt durch die Arbeit des Bibers mit Wasser überschwemmt ist. "Der Biber leistet hier einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz und ist Motor für eine unglaubliche Artenvielfalt", so Frobel.


Zweites Projekt im Klaushof

Vor allem in Hinblick auf den letzten trockenen Sommer und auf künftige dieser Art, werden die Biber und deren Wasserrückhaltefunktion immer wichtiger werden, ist der Artenschutzreferent überzeugt. Deshalb auch das Projekt "Die Welt des Bibers beobachten und erleben", das zum einen Teil im Wildpark Klaushof mit einem Biberfreigehege und zum anderen Teil hier im Staatsbad mit der Biber-Plattform entsteht.
Ziel der beiden Projekteinheiten ist es, über den Biber aufzuklären, seine Leistung für den Menschen und für die Artenvielfalt in den Auen darzustellen. Frobel betonte, dass die Gelder, die zum größten Teil aus dem Bayerischen Naturschutzfond stammen, keinesfalls eine Investition in den Biber seien, sondern eine Investition in eine zusätzliche Attraktion in der Rhön. Die Plattform hier im Staatsbad sei sicherlich ein "Schmuckstein im Freizeitangebot der Region".
Zu diesem Termin sind sie alle gekommen, die vielen beteiligten Partner des Projekts. Georg Schlapp, Vorstand des Bayerischen Naturschutzfonds, unterstrich die überregionale Bedeutung des Gesamtprojekts und lobte die didaktische Aufarbeitung des Themas. Ihm sei auch bewusst, dass der Biber nicht selten in Kritik gerät, aufgrund seiner landschaftsverändernden Tätigkeit.


Miteinander ist möglich

Dafür gebe es das Bibermanagement, das beratend und ausgleichend tätig ist. Auch dafür sei die Aufklärungsarbeit des Projekts wichtig. Deshalb sei bei ihm die Idee sofort auf offene Ohren gestoßen. "Ein Miteinander von Mensch und Biber ist möglich und die Lösung für Konflikte immer in der lokalen Situation zu finden.", meinte Schlapp abschließend.
Andrea Schallenkammer, Kurdirektorin im Staatsbad Bad Brückenau, lobte ebenfalls die Umsetzung des Biber-Projekts und sagte die marketingtechnische Unterstützung für die Plattform zu. "Das steigert die Attraktivität des Staatsbades um einiges", war sie sich siche. "Gerade für Gäste aus den Großstädten kann dies ein ganz besonderes Erlebnis sein." Alfred Schenk, stellvertretender Landrat, bekräftigte und lobte die vorbildliche Arbeit der BN-Kreisgruppe Bad Kissingen, Träger des Projekts im Sinntal, und dessen Vorsitzenden Franz Zang und beglückwünschte ihn zu diesem Projekt.
Erst Mitte Oktober begannen die Bauarbeiten an der Plattform. Die Firma Baumgart Garten und Landschaftsbau GmbH setzt die Pläne des Planungsbüros Dietz und Partner aus Bad Kissingen vor Ort um. "Die Fundamente sind gesetzt, im Frühjahr kommen die Stützen rein, auf die die Plattform oben drauf kommt", erläuterte Andrea Wallner vom Planungsbüro. Das Biberdeck und die Aussichtsplattform können, laut Wallner, im Frühjahr 2016 aufgestellt werden. Bis Juni soll das Projekt dann abgeschlossen sein.
Momentan leben etwa sieben bis acht Biber in der nahen Biberburg, die man von der Plattform aus beobachten kann. In der näheren Umgebung gäbe es noch zwei weitere Burgen, was für einen optimalen Lebensraum für die Tiere spricht, so Franz Zang. Auf die Frage, ob das Publikum auf der Plattform die Biber nicht verschrecke oder gar umziehen ließe, winkt Horst Schwemmer, Bibermanager des BN, ab: "Biber sind sehr anpassungsfähig, die werden sich nicht vertreiben lassen.". Einen kleinen Beweis dafür gibt es bereits: Während der Bauarbeiten der Firma Baumgart wurden zwei schwimmende Biber in der Dämmerung gesichtet.