Die Willy-Brandt-Medaille ist die höchste Auszeichnung der SPD für ehrenamtlich engagierte Mitglieder. Es war somit die Überraschung des Abends, als diese im Rahmen der Weihnachtsfeier des SPD-Ortsverbandes Maßbach an Bernhard Kraus verliehen wurde.

Dass der ehemalige Kreisvorsitzende Gerd Müller gerne bei den Maßbacher Genossen vorbei schaut, ist an und für sich nichts ungewöhnliches, doch dass er diesesmal für einen langjährigen Weggefährten die Willy-Brandt-Medaille nebst Urkunde dabei haben würde, damit hatte niemand gerechnet.

Konservatives Elternhaus

Launig erinnerte Müller an die gemeinsamen Anfänge in den 70er Jahren. Seitdem kämpfen beide für die Ziele der Sozialdemokratie. Gemeinsam sei auch die politische Ausrichtung der jeweiligen Elternhäuser gewesen, nämlich "erzschwarz", wie es der Kreisvorsitzende formulierte. So waren dann beide auch schon Mitte dreißig, bis sie sich soweit von den elterlichen Einflüssen abgenabelt hatten und in die SPD eintraten. Beim stets auch in der Gewerkschaft engagierten Bernhard Kraus war es der 1. Januar 1977 gewesen. Kraus habe sich sogleich sogleich an die Basisarbeit gemacht. "Er päppelte den aus nur noch sechs Mitgliedern bestehenden Ortsverband nach und nach auf zwischenzeitlich 50 Mitglieder auf".

Im Gemeinderat und Kreistag

1984 traten die Sozialdemokraten dann erstmals mit einer eigenen Liste bei Gemeinderatswahlen an, womit die Zahl der Sitze im Gremium prompt von einem auf drei gesteigert werden konnte. Von 1984 bis 2002 saß Bernhard Kraus selber im Gremium, von 1990 bis 96 auch im Kreistag. Das Kreistagsmandat gab der heute 76-jährige auf, um sich der Förderung seiner Tochter zu widmen. Das scheint ihm bestens gelungen zu sein. Denn die Tochter heißt Sabine Dittmar und sitzt heute für die SPD im Bundestag.Gerd Müllers Dank erging auch an Bernhard Kraus' Frau Else, die ihn nach seinen Worten für die Ziele der Sozialdemokratie mindestens genauso motiviert hat wie Willy Brandt.