Ingeborg Pfriem, eine geborene Trips, kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als ihr Vater das Lebensmittelgeschäft führte. "Die Kundschaft kam aus der gesamten näheren Umgebung", berichtet sie. Das lag vor allem an der Vielfalt des Warensortiments. Vom Hochzeitsgeschenk bis zum Salzhering, von Windeln bis zum Kaffee aus Südamerika - bei Karl Trips wurden die Kunden fündig.
Darüber hinaus versorgte der Händler auch mit frischem Wild, das er aus Detter und Schönderling bezog. "Selbst die Bundeswehr im Lager Hammelburg deckte sich hier mir Hirschkeulen und Rehbraten ein", erinnert sich die Tochter. Auch Waffen und Munition für Jäger waren im Geschäft erhältlich. Der Laden diente einige Zeit auch als Gaststätte, die aber wieder schloss, weil dem Besitzer die Nächte zu lang wurden.
Sicher gab es in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts schon moderne Märkte im nahen Hammelburg, doch konnte der Kunde hier eben schnell noch alles bekommen, was er beim Einkauf vergessen hatte. Für Ingeborg Pfriem, die bereitwillig die Fragen der Interessierten beantwortete, war es "das Schlimmste, wenn ich im Winter die Salzheringe aus dem Fass im Keller holen musste. Die waren immer so kalt und glitschig", erzählt sie.
Im Lager nebenan war eine Fotoausstellung war zu sehen. Sie zeigte zahlreiche historische Aufnahmen, auf denen so mancher Diebacher die Pferdegespanne seines Großvaters ausmachte oder gar einen Ahnen erkannte. Der ehemalige Rektor der Diebacher Schule, Herbert Pramstaller, berichtete über die Arbeits- und Lebensweise früherer Lehrer und die heimischen Schulhäuser, von denen das erste bereits 1710 errichtet wurde.

Schulzwang für Kinder

Das "Schullehr- und Zuchthaus" unterrichtete Kinder aus Diebach und Untereschenbach. Von denen kamen jedoch viele nicht, obwohl Schulzwang herrschte, weil sie zuhause arbeiten mussten oder die Eltern nicht das Geld für den Schulbesuch aufbringen konnten.
Insgesamt gab es vier Schulhäuser in Diebach. Der Bau der neuen Schule hinter der Kirche erfreute sich hohen Lobs der damaligen Bundestagsabgeordneten Maria Probst und des Landrats Adam Kaiser. "Denn die ländliche Schule war die erste ihrer Art in der Umgebung, die eine Turnhalle besaß", informierte Pramstaller. Über das kirchlich-religiöse Leben im Ort und die Diebacher Gotteshäuser referierte der langjährige Kirchenpfleger Waldemar Hauk.
Die künftige Verwendung des leer stehenden Trips-Anwesens, das sich heute im Besitz der Stadt Hammelburg befindet, ist offen. "Ein neuer Dorfladen trägt sich in Diebach heute nicht mehr. Die Märkte in Hammelburg sind nahe und wir haben Bäcker, Metzger und Hofläden im Ort", meint Paul Knüttel.

"Infozentrum oder Archiv"

Der Diebacher kann sich in dem sanierten Gebäude eine Außenstelle und ein Infozentrum des Biosphärenreservats vorstellen. "Auch eine Verwendung als Archiv mit Präsentation für die Stadt Hammelburg oder ein Gemeindehaus könnte hier einen Platz finden", glaubt er.