Es ist einer der sichersten Räume des Landratsamtes: der alte Luftschutzbunker. Wände, Decken und Böden bestehen aus fast einem Meter dicken Stahlbeton. Die Türen sind über eine Alarmanlage direkt mit der Polizei verbunden. Drinnen sind eine hochmoderne Gaslöschanlage und ein neues Kühlsystem installiert.

Jahrelang wurde der Bunker als einfacher Lagerraum verwendet, jetzt beherbergt er das neue Rechenzentrum des Landratsamtes. Außerdem hat sich die Stadt Bad Kissingen entschlossen, einen Großteil ihres Rechenzentrums hier auszulagern. Der Umzug ist im Herbst.

"Es geht hier um Sicherheit", erklärt Walter Manger, Leiter der EDV-Abteilung im Landratsamt. Eine Analyse kam vor etwa zwei Jahren zu dem Ergebnis, dass der bestehende Serverraum nicht mehr den modernsten Anforderungen genügt. Die IT-Ausstattung sollte besser geschützt werden. Immerhin ist die Technik teuer und empfindlich, außerdem werden hier die Daten der Bürger gespeichert, vom Geburtsdatum bis zur Steuernummer. Das Landratsamt hat 200.000 Euro investiert, um den Bunker umzubauen und die IT in Betrieb zu nehmen. "Die IT-Systeme laufen nach der Verlagerung an die neue Örtlichkeit zuverlässig und stabil, was auch durch den Tüv Süd zertifiziert wurde", berichtet Manger.

Die Stadt Bad Kissingen stand vor einem ähnlichen Problem, sagt EDV-Abteilungsleiter Stefan Hahn. Der Serverraum war veraltet, insbesondere der Brandschutz reichte nicht mehr aus. Weil ein Umbau im denkmalgeschützten Rathaus teuer wäre, wurde beschlossen, die IT-Zentrale auszulagern. Eine Glasfaserleitung verbindet den Serverraum im Landratsamt mit den Computern im Rathaus.

Beide Seiten profitieren von einem höheren Sicherheitsstandard und teilen sich die Kosten. "Es geht um Effizienz, wenn wir zusammenarbeiten", sagt Landrat Thomas Bold (CSU). Stadt und Landratsamt hätten in Sachen IT einen ähnlichen Anspruch: "Das passt gut zusammen."

Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) ist froh, die guten Bedingungen im Landratsamt mit nutzen zu können: "Die Erhöhung der Sicherheit nutzt den Bürgern", sagt er. "Es ist wichtig, dass der Bürger weiß, seine Daten sind hier sicher."

Wie Walter Manger erläutert, ist der neue Serverraum ausfallsicher: Eine komplexe Stromversorgung bietet Schutz vor Störungen. Die Technik und die Bunkerräume stehen unter ständiger Überwachung. Die anfallenden Daten werden regelmäßig auf externen Speichern gesichert. Sollte das System doch einmal ausfallen, wäre es mit Backups schnellstmöglich wiederhergestellt. "Es gibt keine 100-prozentige Ausfallsicherheit", sagt Manger.


EDV-Technik im Luftschutzbunker

Wände, Decken und Böden des Bunkers bestehen aus 80 Zentimeter dickem Stahlbeton, die Türen sind über ein Einbruch-Meldesystem direkt mit der Polizei Bad Kissingen verbunden. Es wurde ein Brandfrüherkennungssystem mit automatischer Gaslöschanlage eingebaut. Das Rechenzentrum wird mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung betrieben. Die Räume werden ständig überwacht.

Der Umbau des Luftschutzbunkers zum Rechenzentrum hat 188.000 Euro gekostet. Das Landratsamt investierte zusätzliche 20.000 Euro in die IT-Infrastruktur, um das Rechenzentrum zu betreiben. Die Stadt Bad Kissingen beteiligt mit 30.000 Euro an den Umbaukosten und zahlt außerdem 30.000 Euro für das Verlegen der Glasfaserleitung sowie 20.000 Euro für neue Netzwerkkomponenten.

Die IT-Abteilung des Landratsamtes betreut 350 Anwender. Die Computerspezialisten der Stadt sind für 180 PC-Arbeitsplätze verantwortlich.