Doch ohne die Frauen des Vereins ginge das nicht, und die bewegen nicht nur zum Fest am Wochenende einiges. Rumeiern, das tun sie eigentlich nicht. Stattdessen sind sie zuverlässig, treffen sich jeden Montag. Dann trainieren sie auf der Matte, manchmal auch mit Hanteln oder Seilen, um sich fit zu halten, um Bauch, Beine und Po in Form zu bringen. Nur an Fasching machen die Gymnastikdamen gerne eine Ausnahme.
Dann tüfteln und werkeln Abteilungsleiterin Ulrike Metz und ihre Mitstreiterinnen wochenlang, um etwas ganz Besonderes zu schaffen. "2011 beim Faschingszug beispielsweise waren wir Dioxineier", erzählt die Mittfünfzigerin und lacht. Denn nicht nur die Zuschauer hatten ihren Spaß, auch die Frauen.


Eine sehr aktive Gruppe

Etwa 12 bis 14 von ihnen bilden den harten Kern der Truppe, kommen schon seit Jahren regelmäßig zur montäglichen Turnstunde in die Schulturnhalle. "Die Jüngsten sind so um die 40 Jahre alt, die Ältesten Mitte bis Ende 60", erzählt Ulrike Metz, die selbst eine echte Sportskanone ist, gerne Rad fährt oder schwimmt.
Sie würde sich wünschen, dass mehr jüngere Frauen an der Damengymnastik teilnehmen. "Doch das Training mit dem eigenen Körper ist heutzutage nicht mehr angesagt. Stattdessen gehen viele ins Fitnessstudio", fügt sie hinzu. Und wenn junge Mädels nachkommen, gingen sie kurz nach dem Abitur wegen des Studiums wieder weg. Dabei war das nicht immer so. Als die Damengymnastikabteilung im März 1979 beim Ball-Spiel-Club (BSC) Lauter gegründet wurde, gehörten ihr über 30 Frauen aus Katzenbach und Lauter an. Bis zum Jahresende wuchs die Mitgliederzahl sogar auf über das Doppelte.


Als es losging

Die Initiative zur Abteilungsgründung ging damals von den Fußballdamen aus. Denn in Lauter haben nicht nur die Männer ans runde Leder getreten, sondern auch die Frauen. 1970 startete die weibliche Elf mit ihrem Trainer Emil Lang, ist in der Vereinschronik nachzulesen. Auch vom ersten Spiel wird berichtet, das die Lauterer Damen am 25. Oktober 1970 gegen den FC 06 Bad Kissingen bestritten und mit 4:0 verloren.
Da der Frauenfußball damals in den Kinderschuhen steckte, wurde erst 1971 eine Damenfußball-Kreisliga gegründet, in der die Lauterer Kickerinnen bis 1974 spielten. Denn der Mannschaft gingen die Spielerinnen aus, so dass sie vom Verbandsspielbetrieb zurückgezogen wurde. Deutlich länger besteht inzwischen die Gymnastikabteilung, genau 37 Jahre. Anfangs trafen sich die Damen zur Turnstunde im Sportraum des Lauterer Kindergartens, zogen 1988 in die Edelweißhalle um. Seit 1990 ist die damals neu gebaute Schulturnhalle ihr Treffpunkt.


Gymnastik war immer gut besucht

Fast genauso lange sind die beiden Übungsleiterinnen Evelyn Manger und Margot Reitelbach aktiv. Sie boten in all den Jahren aber nicht einfach nur Turn- und Gymnastikübungen an, sondern auch Aerobic, Calanetics, Jazzdance und Ski-Gymnastik. Sogar eine Kinderturngruppe gab es zeitweise. 2001 stieg Ulrike Metz als Übungsleiterin mit ein und übernahm 2003 die Abteilungsleitung. Bis heute. Bereut hat sie das nicht, im Gegenteil.


Da ist immer Bewegung drin

Das Ehrenamt macht ihr Freude. "Man weiß, wie jede so tickt. Es gibt keine Unruhe", schwärmt sie von ihren Mitstreiterinnen. Mit ihnen trifft sie sich auch gerne zu Ausflügen oder besonderen Anlässen. "Wir haben sogar mal ein weißes Dinner veranstaltet. Dazu musste jede in Weiß gekleidet erscheinen", erzählt sie. Und wenn Feste anstehen, sind sie und ihre Damen immer zur Stelle, um Kuchen zu backen und die Dienste in der Kaffeebar oder in der Küche zu übernehmen. "Meine Mädels", nennt sie Vereinsvorstand Siegbert Fehr liebevoll.
Mit Sicherheit auch am kommenden Wochenende, wenn das Jubiläum zum 70-jährigen Bestehen des BSC Lauter groß gefeiert wird.


Das Programm zum Festwochenende

Feiern Der BSC Lauter hat für die nächsten Tage dieses Festprogramm zusammengestellt:

Samstag, 9. Juli: ab 13.30 Uhr Vorrundenspiele um den Großgemeindepokal; ab 17.30 Uhr Beginn Altherren-Großgemeindepokal, danach Festbetrieb mit DJ Sonny.
Sonntag, 10. Juli: ab 11 Uhr Einlagespiele der Jugendmannschaften; ab 12 Uhr Mittagessen; 13 Uhr Ehrungen; 15 Uhr/ 17 Uhr Halbfinalspiele

Montag, 11. Juli: ab 17 Uhr Haxen und Kümmelbauch, 18.30 Finale um den Großgemeindepokal 2016.