"Priorität muss die Ortsumgehung von Eltingshausen bzw. die "B 286 neu" (...) haben." Das sei wichtiger, als die Straße unter der Bahnbrücke tiefer zu legen. So lautet der dringende Appell des Gemeinderates. Damit nahm er Stellung zu Presseberichten der Saale Zeitung zu den Plänen des Staatlichen Bauamts Schweinfurt, das im kommenden Jahr die Unterführung der Bahnbrücke am Ortsausgang von Oerlenbach tiefer legen und in einem zweiten Bauabschnitt die Strecke zur B 19 erneuern will - auch die Kuppe soll abgeflacht werden.

Floriansprinzip?

Die Aussage von Baurat Matthias Wacker vom Straßenbauamt Schweinfurt, dass die Vertiefung keine Schnapsidee der Behörde, sondern Umsetzung des allgemeinen politischen Willens sei, sei mehr als fragwürdig, erklärte Klemens Wolf (Bürgerblock Oerlenbach, BBO). "Unser poltischer Wille war immer, eine Umgehung zu schaffen, um die Ortsdurchfahrten zu entlasten. Deshalb steht die zusammen mit dem Landkreis angestrebte Lösung nördlich an Eltingshausen vorbei an erster Stelle", betonte Wolf.
Da sei es gut und hilfreich, dass auch Jürgen Dobler vom Landratsamt Bad Kissingen - zuständig für den Straßenbau - in der nicht leistungsfähigen Bahnbrücke eine Argumentationshilfe Pro Umgehung Eltingshausen sieht und an deren Verwirklichung nicht zweifelt. Nicht hinzunehmen sei die Bemerkung Wackers, dass mit der tieferen Brücke künftig mehr Schwerlastverkehr durch Oerlenbach laufe und Ebenhausen und Eltingshausen entlastet würden. Das sei Floriansprinzip, aber keine Lösung.
"Überall wird versucht, den Verkehr aus den Orten herausbringen. Hier geschieht das Gegenteil", folgerte Wolf.
"Wir sollten uns wehren, intervenieren", forderte Andreas Kukuk (FWG Eltingshausen) und blickte voraus: "Wenn während der Bauphasen die Ortsdurchfahrt Oerlenbach gesperrt wird, müssen Ebenhausen und Eltingshausen erneut die Umleitungen verkraften."
Nicht einzusehen sei, dass zuerst die Brücke und später der weitere Straßenverlauf hergerichtet werden, ärgerte sich Walter Vierheilig (BBO). Auf Nachfrage von Andreas Schmitt (BBO) bestätigte Bürgermeister Franz Kuhn (BBO), dass die Tieferlegung bereits im Staatsanzeiger ausgeschrieben sei. Außerdem verdeutlichte er, dass beim Ausbau der Oerlenbacher Durchfahrt die Straße nur die Mindestbreite erhalten habe. Bei verstärktem Lkw-Aufkommen seien da Probleme zu erwarten.
3. Bürgermeister Robert Erhard (WG Rottershausen) befürchtet durch den Schwerlastverkehr Schäden an der Straße. "Das Amt hätte uns außerdem vorinformieren können: Wir wissen, dass die Gemeinde nicht über Bundesstraßen entscheidet. Im Miteinander wäre die Sache vielleicht besser gelaufen."
Der einhellige Tenor der Gemeinderäte: Die Nordumgehung von Eltingshausen muss kommen. Sie ist viel wichtiger, viel drängender als die Maßnahmen in Oerlenbach. Hoffentlich behält Jürgen Dobler recht, der die Eltingshäuser Ortsumgehung als gesichert sieht, hieß es. Der Bürgermeister und die Gemeinderäte werden nicht zuschauen, sondern bei der Schweinfurter Behörde ihre Bedenken und Vorstellungen verdeutlichen.
Außerdem seien Unfälle und riskante Wendemanöver an der Bahnbrücke zunächst von den Lkw-Fahrern selbst verursacht: Auf die Durchfahrtshöhe weisen schließlich rechtzeitig und mehrfach entsprechende Schilder hin.