Es ist vorbei. Karl Heinz Laudenbach ist verurteilt. Am Ende hat er sein Verfehlen eingeräumt, womit aber immer noch Fragen offen geblieben sind. Und Fragen stehen seit dem Tag seiner Verhaftung vor gut einem Jahr im Raum: Wie hat es dazu kommen können? Was ist der Auslöser für einen Leitenden Kriminaldirektor gewesen, sich selbst auf die schiefe Bahn zu begeben, sich selbst ins Abseits zu stellen? Auch nach dem Prozess, der gestern zu Ende ging, gibt es auf diese Fragen noch immer keine Antwort.
Laudenbach ist kein Krimineller, er ist ein Mensch, der einen Fehler gemacht hat. Einen Fehler, den er längst selbst am meisten bereut. Er hat Unrecht begangen und wird dafür bestraft. Ist das Strafmaß angebracht? Ich denke ja. Der Vorsatz ist offenkundig, und das allein gibt dem Gericht in seinem Urteil recht. Laudenbach ist kein Dummer, er weiß, auf was er sich in seinem Leben eingelassen hat. Er hat mitverfolgt, wie Menschen, die auf die schiefe Bahn gekommen sind, vom Rechtsstaat zur Verantwortung gezogen wurden und werden. Er ist kein kleiner Angestellter gewesen, der mal gerade in die Portokasse gegriffen hat. Er war Oberbürgermeister, ein Mann mit Vorbildfunktion, ein Mensch, der große Verantwortung getragen hat. Auch für sich selbst.
Und deshalb noch einmal die Frage: Warum? Die Verlockung des Geldes? Gier? Wollte er mit einem "Kavaliersdelikt", richtig gemacht, etwas beweisen? Wollte er anderen Menschen etwas beweisen? Irgendwo dazwischen wird die Wahrheit liegen. Eine Wahrheit, die nur er selbst kennt. Karl Heinz Laudenbach ist ein gezeichneter Mensch. Wer die Bilder von ihm aus dem Gerichtssaal gesehen hat, der ist erschrocken. Die Tragweite einer Verfehlung wird uns in erschreckender Weise bewusst: Ein Leben ist massiv gestört. Kann sich ein Mensch von einem solchen Schlag erholen? Ich wünsche es ihm.