Zweieinhalb Zentimeter Platz im Bücherschrank genügen für das Buch "Weinbau in Münnerstadt" und die CD "Münnerstadt - Auf den Spuren des Nachtwächters"? Beide Neuheiten wurden in der Alten Aula jetzt präsentiert. Über 100 Mürschter waren begeistert und kauften auch gleich.
Bürgermeister Helmut Blank dankte Dr. Johannes Becker, der das Buch über den Weinbau geschrieben hat und den Mitgliedern des Fotokreises, die die Bilderschau über ihre Heimatstadt produziert haben, für ihr Engagement. "Münnerstadt als Weinstadt, ich unterstütze dieses Projekt, so gut ich kann."
Mürscht hat die älteste urkundliche Erwähnung von Weinbau in ganz Unterfranken, das freut den Bürgermeister besonders. Im Goldgrund gibt es noch letzte Reste der einst so stolzen Weinbautradition, die um 1850 schlagartig unterging. "Der Antrag ist gestellt, die letzten Weinstöcke als Naturdenkmal anerkennen zu lassen", sagte Helmut Blank, "das Interesse am Weinbau wird hoffentlich zunehmen". Für Stadtarchivar Klaus-Dieter Guhling ist das Buch "ein kühnes Unterfangen, eine prächtige Dokumentation des Weinbaues". Hier werden Bepflanzung, Rebflächen, Hege, Ernte, wirtschaftliche Bedeutung, aber auch der tägliche Genuss des Weinbaues beleuchtet. Dr. Becker bietet, so lobt Guhling, damit ein "anschauliches Gesamtbild" des Themas Weinbau. "Im Jahr 2012 ist der Weinbau schon 150 Jahre kein Thema mehr", sagt Guhling. Schuld waren Missernten durch Fröste, Hagel, Regen, vor allem die Reblaus und Falschen Mehltau in der Mitte des 19. Jahrhunderts. "Dr. Becker hat sich um die Stadtgeschichte verdient gemacht", lobte der Stadtarchivar und vergaß auch nicht zu erwähnen, dass Becker bereits Bücher über die Eisenbahn und den RAD (Reichsarbeitsdienst) in Münnerstadt geschrieben hat.
Sehr gespannt waren die Gäste auf die CD des Rhönklub-Fotokreises "Münnerstadt - Auf den Spuren des Nachtwächters". Letzterer war in Gestalt von Rainer Kirch nicht umsonst unübersehbar in der Alten Aula präsent. Schließlich ist ein Nachtwächter-Rundgang sozusagen der Rote Faden durch die Schau, und Rainer Kirch hat auch den informativen und gleichzeitig unterhaltsamen Text für die knapp 30 Minuten dauernde Schau gesprochen. Horst Müller hatte die zeitraubende Arbeit übernommen, die Bilder zu sammeln und zu einer Schau anzuordnen. Die Aufnahmen stammen von ihm selbst sowie von Wolfgang Bayer, Johannes Becker, Dieter Britz, Max Knauff, Horst Kreutz, Ilse Schwarz und Gerd Wetzels. Hier wird die Vergangenheit von Münnerstadt ebenso lebendig wie die Gegenwart. Die Geschichte vom Nägel-Sieden wird gezeigt, natürlich das alljährliche Heimatspiel und selbstverständlich erzählt Rainer Kirch, welche Aufgaben die Nachtwächter in früheren Jahrhunderten hatten. Nicht zu vergessen die vielen Bilder, die die Stadt aus der Vogelperspektive zeigen. Die Vielfalt der Themen und Motive macht deutlich, wie viel Arbeit die acht Amateurfotografen des Rhönklub-Fotokreises über ein Jahr lang hatten.
Die Rhönklub-Fotografen zeigten in der Alten Aula neben ihrer Münnerstadt-Schau auch "Impressionen". Jedes der Mitglieder zeigte hier in den Fotos eine eigene unverkennbare Handschrift, sei es florale Kunst, Experimente mit der Bildbearbeitung am Computer, Skating, ein Rundgang durch Kirchen oder Panoramafotos. "Toll, welche Vielfalt es beim Fotografieren gibt und was man daraus machen kann" sagte sich ein Besucher. Sehr zufrieden mit Schauen war auch Thomas Wetzel, Vorsitzender des Bezirks Mainfranken des DVF (Deutscher Verband für Fotografie).


Buch: Dr. Johannes Becker, "Weinbau in Münnerstadt", 140 Seiten, 13,50 Euro.

CD: "Münnerstadt - Auf den Spuren des Nachtwächters", ca. 30 Minuten, 12,50 Euro. Die CD kann in jedem Computer oder mit CD-Player auf Fernsehgerät abgespielt werden.

Verkauf CD und Buch gibt es im Papierfachgeschäft "Tintenfässchen" in Münnerstadt.