Als vollen Erfolg konnte die Marktgemeinde das "Museumsfest" im Rahmen der 1300-Jahr-Feier verbuchen. Das Fest verteilte sich zunächst auf den "Weg durch die Zeit", den rund 120 Interessierte unter fachlicher Führung gingen und auf das Gelände rund um das Museum selbst, wo ebenfalls zahlreiche Besucher in den Ausstellungsräumen nicht nur Fossilien bewundern oder Vorträge besuchen, sondern sich auch gemütlich austauschen konnten.
"Toll, dass so viele Leute zum Fest gekommen sind", freute sich Bürgermeisterin Patricia Schießer. Besonders die Kinder profitierten bei zahlreichen Aktionen zum Museumsfest und durften sich kreativ austoben.


Dinosaurierspuren im Garten

Im "Kinderzelt" konnten die Jüngsten Zaubermuscheln anmalen, Durchreibetechnik mit Wein- und Gingkoblättern farblich gestalten, echte Fossilien in Ton drücken und dann den urzeitlichen Abdruck mit nach Hause nehmen. Im Garten konnte getobt und auf der Sandspur mittels über die Füße stülpbarer Stempel Dino-Spuren erzeugt werden. Großer Andrang herrschte beim Fossilien-Präparieren, wo aus dem Gestein unter fachkundiger Anleitung mit Druckluftstichel Fossilien freigelegt werden konnten.
Das Wetter lud dazu ein, sich bei Sonnenschein in entspannter Atmosphäre im Museumsgarten aufzuhalten, wozu auch die Sulzthaler Musikanten unterhielten. Das Museum selbst war ebenfalls für alle Besucher geöffnet, wozu auch das Sammler-Team vor Ort war, das für die vielen ausgestellten Funde aus dem Erdzeitalter der Trias verantwortlich ist und sich zahlreichen Fragen stellte. Die Ausstellung zeigt verschiedene Ökosysteme aus der Trias - aus dem Buntsandstein, dem Muschelkalk und dem Keuper. Zahlreiche Fossilien erlauben es, Flora und Fauna ganzer Ökosysteme bis ins Detail kennenzulernen. Außerdem gibt es dort frühe, landlebende Archosaurier zu entdecken, aber auch fossile Hai- und Fischüberreste, Weich- und Schalentiere sowie Insekten und Mikroorganismen. Besonders beeindruckt die Tatsache, dass die meisten Fossilien vor Ort oder in der näheren Umgebung gefunden wurden.
Diplom-Geologe Frank Scholze von der Bergakademie Freiberg/Sachsen brachte Interessierten in einem Referat die Mainfränkische Trias näher, die Entstehung, Zusammensetzung etc. Anhand von Muschelkrebsen zeigte er regionale Unterschiede auf. Außerdem konnten die Besucher in einem kurzweiligen Vortrag von Helmut Droll erfahren, wie die Sammlung des Museums ursprünglich entstand.


Start in der "Jetztzeit"

Der Euerdorfer Künstler Helmut Droll und der Geologe Dr. Raimund Rödel führten die "Zeitreise" auf dem "Weg durch die Zeit" an, der am Heiligenhof startet und über zwei geologische Außenstellen, dem Geotop "Saurierfährten" und dem "Eiszeitlichen Wasserriss" zum Museum in Euerdorf führt. Dieser rund acht Kilometer lange Weg wurde in verschiedene Zeitepochen des Erdzeitalters umgerechnet. Der Weg startet in der "Jetztzeit" am Heiligenhof und befindet sich am Museum im Erdaltertum. Droll, der den Weg initiierte und außerdem durch Kunstobjekte mitgestaltete, erklärt: "Ein Menschenleben von durchschnittlich 80 Jahren beträgt gerade einmal 1,3 Millimeter auf der Wegstrecke. Die Wegstrecke, bis zu der sich der moderne Mensch entwickelt hat, beträgt 3,16 Meter." Am Geotop, das Saurierfährten aus der Triaszeit aufweist, befanden sich die Wanderer genau in der Lebenszeit und im Originalgelände dieser Saurier: In der Trias vor rund 240 Millionen Jahren.


Abwechslung auf der Strecke

Die Strecke wurde außerdem durch Sagen rund um Euerdorf und zu den auf dem Weg liegenden "Sühnekreuzen" und "Wichtelhöhlen" abwechslungsreich gestaltet. Auch wenn diesmal die Strecke am "Herzstück", dem Museum und den Festlichkeiten endete, führt er wieder zurück an den Ausgangspunkt über den Weg "Wein und Stein" - über den alten Steinbruch dem Panoramaweg nach Wirmsthal, über den Wittelsbacher Turm und die Eyringsburg. Der gesamte Rundweg, der einen weiten Blick ins Saaletal gewährt und durch ein einzigartiges Orchideen-Gebiet führt, ist rund 20 Kilometer lang. "Es ist schon beeindruckend, was es in unserer Umgebung gibt. Die Veranstaltung war wirklich sehr interessant und informativ", zeigten sich Robert und Irmhild Schäfer aus Untererthal beeindruckt.