Zusammen besuchten sie auch die Fernmeldeschule in Flensburg, um anschließend zum Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin" in Nordholz bei Cuxhaven als Fernmelder ihren Dienst zu tun. Noch heute hält diese Freundschaft an.
Seit zehn Jahren treffen sie sich einmal im Jahr. Jetzt war der gleichzeitige Geburtstag von Walter Müller und seiner Frau Margit der Auslöser, sich in Reiterswiesen zu treffen. "Ein Jahr gemeinsam auf einer Stube, das schweißt zusammen", erklärt Müller. "Da wir alle aus weit entfernten Städten wie Konz bei Trier, Miesau in der Pfalz, Staufenberg bei Gießen, Bad Kis singen oder Schwanewede bei Bremen kamen, fuhren wir nur selten nach Hause. Diese Situation festigte die Stubenkameradschaft und veranlasste uns, vieles gemeinsam zu unternehmen."
Trüppchenweise wurden in der Freizeit Veranstaltungen besucht und kleinere Ausflüge gemacht. "Man hatte ja auch seinerzeit nicht das nötige Geld für mehr. Der geringe Sold ging meistens für zusätzliches Essen und Trinken drauf. Eine Abwechslung gab es immer, wenn einer vom Heimaturlaub zurückkam. Mancher Stange Salami und mancher Flasche wurde an diesen Tagen zusammen mit den Leidensgenossen der Garaus gemacht", sagt Müller.
Nach der Bundeswehrzeit haben sich alle wieder in das Berufsleben gestürzt und Familien gegründet. Die Verbindungen untereinander schliefen teilweise ein, auch weil einige ihren Wohnort gewechselt hatten. Nur die Verbindung zwischen Udo Rinck aus Staufenberg und dem Reiterswiesener Walter Müller blieb durch jährliche gegenseitige Besuche bestehen.

Sehnsucht nach den Kameraden

Der Kontakt zu den anderen Kollegen war abgebrochen und kam erst nach 39 Jahren im Jahre 2004 durch Zufall durch Günter Bauer aus Bremen wieder zustande. "Ich habe damals einen alten Kalender wiedergefunden, in dem die alten Adressen meiner Kameraden standen. Da habe ich gedacht, ruf sie doch mal an. Irgendwie hatte ich Sehnsucht nach ihnen", schmunzelte Günter Bauer.
Doch so einfach war das nicht. Die Adressen stimmten nicht mehr. Durch Zufall ist er auf Udo Rinck gestoßen, der wusste, dass Walter Müller zu dieser Zeit seinen Urlaub in Cuxhaven verbrachte. "Dank Handy kam schnell eine Verbindung zustande, und sie trafen sich tags darauf in Bremerhaven und beschlossen, dass unbedingt ein Treffen mit den anderen Stubenkollegen einschließlich Frauen zu organisieren sei. "Ich machte mich weiter auf die Suche nach den fehlenden Kollegen und wurde auch bald fündig", sagt Bauer.

Erstes Treffen nach 39 Jahren

"2005 wurde das erste Treffen nach 39 Jahren mit allen fünf in Buxtehude ins Auge gefasst. Die Organisation übernahm Udo Rinck. Udo hatte für vier Tage ein Programm ausgearbeitet, das keine Wünsche offen ließ. Auch die Frauen, die sich ja teilweise zum ersten Mal sahen, waren begeistert", sagt Müller.
Waltraud Bauer ergänzt: "Ein bisschen Skepsis war bei uns Frauen schon da. Auch wenn sich unsere Männer vor 40 Jahren kennengelernt haben, wie kommt man mit denen zusammen? Kommt man mit deren Frauen zurecht? Doch in Buxtehude ist der Funke sofort übergesprungen. Wir haben uns alle sofort gut verstanden, und das ist auch so geblieben." So haben sie sich bis heute jedes Jahr getroffen.

Das nächste Treffen ist organisiert

Udo Rinck ergänzt: "Der Zusammenhalt zwischen uns ist immer noch klasse, weil wir uns während des Wehrdienstes sehr gut verstanden haben." "Keiner ist am Wochenende nach Hause gefahren. Wir mussten also gemeinsam etwas unternehmen. Das verbindet noch heute", fügt Adolf Reuter aus Konz hinzu. "Diese 50-jährige Freundschaft war der Anlass, alle Ehemaligen mit Ehefrauen zur Feier des 65. Geburtstages meiner Frau und meines 70. Geburtstages einzuladen, um ihnen auch Bad Kissingen mit seinen Sehenswürdigkeiten zu zeigen", sagt Müller. Auch für dieses Jahr sei in Xanten ein Treffen organisiert.