Wer am Kindergarten in Aschach vorbeifährt, der kann sehen, dass die ehemals baufällige Mauer in der Badersgasse in neuem Glanz erstrahlt. Die Bauarbeiten, die Anfang Oktober begannen, konnten jetzt abgeschlossen werden, hierzu musste die Straße gesperrt werden. "Wir danken dem Kindergarten und den Anwohnern für ihre Geduld und sind froh, dass die Arbeiten nun beendet sind", so Kirchenpfleger Walter Hein.
Penibel habe man darauf geachtet, dass die Mauer wieder originalgetreu aufgebaut wurde. Und es war höchste Zeit - leicht hätte es hier zu einem Unfall kommen können. "Das Ganze war einfach baufällig. Eine Renovierung des Ganzen war auch aus sicherheitstechnischen Gründen nötig", sagt Andreas Brehm, Rechnungsführer der Kirchenstiftung.
Bereits 2014 habe man 15 Meter der Mauer repariert, die Maßnahmen waren damals von der ortsansässigen Firma Sigmar Hüter ausgeführt worden und haben rund 2000 Euro gekostet. "Die restlichen 45 Meter konnten dann nicht mehr so einfach ausgebessert werden. Das Fundament gab nach, die Mauer senkte sich nach innen ab. Zum Glück nicht zur Straße hin, so hätte es gefährlich werden können", erinnert sich Hein. Aber dennoch musste dringend etwas getan werden.
So hat man sich an die Finanzkammer der Diözese Würzburg gewandt, schließlich gehört das Grundstück, auf dem die Mauer steht, zum Katholischen Kindergarten. Otmar Finger von der der Finanzkammer war zu einer Besprechung vor Ort. "Es kam der Vorschlag auf, die Mauer wegzureißen, das Gelände aufzuteilen und hier Bauplätze zu schaffen. Doch das konnten wir zum Glück verhindern", erzählt Kirchenpfleger Walter Hein. Schließlich stimmte das Dekanat der Renovierung zu.
"Das Denkmalschutzamt hat hier Auflagen gemacht, um die Mauer im ursprünglichen Zustand zu erhalten", erinnert sich Andreas Brehm. Dazu wurde die Doppelmauer Stück für Stück abgetragen, nachdem sie gekennzeichnet und abfotografiert worden war, um sie originalgetreu wieder aufbauen zu können. Hier kam dann ein spezieller Trasskalkmörtel mit möglichst geringem Zementanteil zum Einsatz. Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Firma Stiel Bau GmbH aus Ostheim.


Kosten

"Ehrenamtlich konnten wir hier leider nicht viel machen. Wir haben lediglich die Mauer von Efeu befreit und die Bäume, die im Weg waren, entsorgt", sagt Walter Hein. Die Kosten für die Renovierung der Mauer haben sich nach Aussage vom Rechnungsführer der Kirchenstiftung Andreas Brehm 50 000 Euro betragen. "Hierbei wurden 25 000 Euro von der bischöflichen Finanzkammer zugeschossen, 5000 Euro bekamen wir vom Markt Bad Bocklet. Die Unterfränkische Kulturstiftung beteiligte sich mit 3750 Euro und die restlichen 16 250 Euro hatte dann die Kirchenstiftung als Eigentümer zu tragen", erklärt Andreas Brehm.
"Auch wenn es im Vorfeld unter den Bürgern zahlreiche Diskussionen gab, ob diese Maßnahme sinnvoll ist, hat mittlerweile auch der Letzte verstanden, dass das die richtige Lösung war", sagt Walter Hein. "Es ist wirklich schön geworden.
Mich freut außerdem, dass wir vor dem Winter mit der Maßnahme noch fertig geworden sind", erklärt Pfarrer Michael Kubatko, der gleichzeitig Vorsitzender der Kirchenverwaltung ist. Und mit dieser Lösung ist er sehr zufrieden, schließlich konnte so die historische Bausubstanz erhalten werden. Jetzt muss nur noch der Rasen bei der Mauer neu angepflanzt werden. "Das machen wir dann im Frühjahr, wenn das Wetter besser ist", erklärt Walter Hein.