Nachdenkliche Melancholie, leise Töne und verträumte Texte - mit dieser Mischung begeisterten "Annika Frerichs & Band" das Publikum. Mit dem Konzert ging auch die 1. Bookshop-Konzert-Reihe in der Buchhandlung Bücher-Pavillon in Bad Bocklet zu Ende. Insgesamt sechs Auftritte hatte es im Rahmen der Reihe in dieser Saison gegeben. Mit einem kleinen Höhepunkt machte man bereits jetzt Appetit auf mehr.

Die gebürtige Hamburgerin und Wahl-Würzburgerin Annika Frerichs wusste beim Konzert mit leisen Tönen zu gefallen, bereits der Einstieg gestaltete sich stimmungsvoll und melancholisch. Mit ihrer weichen, vollen Stimme nahm die Künstlerin das Publikum in ihre Traumwelt mit hinein, die Texte waren fast allesamt selbst komponiert, in ihnen verarbeitete Frerichs ihre eigenen Erlebnisse und Empfindungen.

Sehr schön passte dazu die familiäre Atmosphäre im Bücher-Pavillon, die das Publikum ganz nahe an das Geschehen rückte. Schlagzeuger Daniel Feldmeier und Kontrabassist Oliver Dannhauser bildeten zusammen mit der Künstlerin eine Einheit, was sich in den gelungenen Liedern wiederspiegelte.

Beim "Ich fühl Dich" zeigte sich, wie gut das Trio harmonierte. Langsam und gefühlvoll kam das Stück daher, mit einer so genannten "Loop-Station" sorgte Frerichs für chorartige Liedelemente, die sehr interessant waren. Rhythmisch-leidenschaftlich mit traurig-melancholischen Passagen gemischt war dann die Geschichte einer Freundschaft, die ins Negative abgleitet.

Experimentell und persönlich

Überhaupt wurden in den Stücken sehr viele persönliche Erfahrungen der Künstlerin verarbeitet, was die Konzerte recht authentisch machte. Mal beschwingt, mal im Flüsterton zog Frerichs die Zuhörer in den Bann, ein ganz besonderes Stück war das experimentelle "Du", wobei mit der Loop-Station live ungewohnte Effekte erzielt wurden, so dass Frerichs einen ganzen Chor zu ersetzen wusste.

Das "Tanz mit dem Schafsmann" bildete ein interessantes Arrangement. "Man muss einfach immer weitertanzen" so die Botschaft des Liedes, auch wenn das Leben nicht nur die Schokoladenseiten für einen bereitstellt.

Melancholische Atmosphäre

Das Publikum war vom Stück begeistert, was sich am großen Applaus ablesen ließ. Atmosphärisch mit einer Prise Melancholie gestaltete sich die Vertonung des Gedichtes "Der Stern" des rumänischen Dichters Mihai Eminescu, gefühlvoll kam "Das Gedankenkarussell" daher, was für viel Applaus und Zugabe-Rufe führte.
Mit dem "The Good & Goodbye" ging dann ein Konzert zu Ende, dass von melancholischen, ruhigen Tönen getragen wurde, das Publikum in den Bann zog und zum Träumen brachte. Annika Frerichs und ihrer Band war es gelungen, die Zuhörerschaft zu verzaubern und in eine ganz eigene Welt mitzunehmen, was begeisterte.