Er wusste schon als Kind, dass er eines Tages Öko-Landwirt werden würde, auch wenn er damals keine Ahnung hatte, was Öko-Landwirtschaft bedeutet. "Irgendwie kam's wohl von oben", sagt Mario Hümpfer augenzwinkernd mit Blick Richtung Himmel. "Ich konnte nichts dagegen tun." Seit 2008 ist der 29-Jährige Diplom -Agraringenieur. Und sein Werdegang belegt, wenn er erzählt, mit jedem Wort seine "angeborene Öko-Schwäche". Schon wundert einen nicht mehr, dass er vor kurzem eine - landkreisweit bislang vermutlich einmalige - Einrichtung geschaffen hat: Er eröffnete eine Art "Selbstbedienungshütte" für die Produkte, die er herstellt, vor allem für Öko-Eier und Kartoffeln.
Den gebürtigen Großenbracher zog es zu Tieren, seit er denken kann. "Im Kleintierzuchtverein hat's angefangen, da hatte ich Hühner, Fasane, alles halt, was man so haben kann." Er war viel auf dem Hof von Großonkel Hans alias Johann Schlereth sen., "dem letzten Bürgermeister von Großenbrach, bei dem auch der Gemeindebulle stand", erzählt Hümpfer stolz. Ihm und später dessen Sohn Johann Schlereth jun. half er im Stall - "ich mochte die Kühe; ohne Kühe ist mein Leben nicht vorstellbar" - und bei der Rüben- und Kartoffelernte. Zudem hielt er sich viel beim benachbarten Bauer Arnold Farnung auf. "Gerade dort habe ich als Junge viel gelernt." Alles bestärkte ihn darin, Landwirt zu werden.

Bald in der Praxis angekommen


Und so studierte er nach dem Fachabitur Agrarwirtschaft in Triesdorf. Zuvor hatte er noch als Zivi beim bayerischen Melkeraushilfsdienst in zehn Monaten neun Höfen in Notsituationen ausgeholfen. Noch während er am Studienende seine Diplomarbeit schrieb, arbeitete er für den Rinderzuchtverband Würzburg, unterstützte aber -"das Züchterherz schlug mit" - weiter die Arbeit auf dem Hof.
Als der Onkel den 2006 aufgab, pachtete Hümpfer ihn - mit Unterstützung der Eltern. "Ich habe sofort begonnen, auf Öko-Landwirtschaft umzustellen." Inzwischen ist der Betrieb als Ökobetrieb anerkannt. "Es soll aber ein Nebenerwerbsbetrieb bleiben", sagt er. Denn hauptberuflich arbeitet der Agraringenieur für Naturland als Berater für Landwirte, die ebenfalls auf Öko umstellen wollen. "2007 hab' ich meine erste Kuh gekauft, Rabiata, weil sie anfangs genau so war." Die damals trächtige Pinzgauer Kuh, die auch derzeit Junge hat, gehört seither dazu, wie 20 weitere Kühe der Arten fränkisches Gelbvieh und original Allgäuer Braunvieh. "Alles vom Aussterben bedrohte Nutztierarten", erzählt der junge Landwirt. Genau darum hat er sie: Damit sie nicht aussterben. Er züchtet und verkauft sie entweder als Jungtiere zur Schlachtung oder zur Zucht. Ansonsten erzeugt er auf 20 Hektar Fläche Getreide, Futter für die Kühe, Kartoffeln und Streuobst. Und irgendwann baute er eine Halle auf dem Gelände des landwirtschaftlichen Betriebes, den er in der Zwischenzeit gekauft hat, und hält dort "glückliche Hühner", die Öko-Eier legen. Die und seine Kartoffeln können Interessierte in seiner Selbstbedienungshütte in Großenbrach, Hauptstraße 2, abholen. "Das funktioniert auf Vertrauensbasis", sagt Hümpfer, "man wirft das Geld passend in die Kassenbox und nimmt die Sachen mit. Es ist noch nie was geklaut worden." (Kontakt: Tel. 9708/ 704440, oder E-Mail an: m.huempfer@naturland-beratung.de)