Bei "Reich wie Scheich", einem Zweiakter, den die Laienspielgruppe des Pfarrgemeinderates präsentierte, hatte das Publikum viel zu lachen. In der mit 300 Besuchern restlos ausgebuchten Turnhalle begeisterten die Akteure in einem Spiel voller Überraschungen, das nach vielen Turbulenzen in ein "happy end" mündete. "Es war wieder herrlich", so der einhellige Tenor vieler Besucher, die die Aufführung genossen.
Die Komödie verfasste Elli Stahl, die einmal mehr ihr Talent als Autorin für Pointen am laufenden Band unterstrich. Die einzelnen Rollen waren ganz auf die Darsteller zugeschnitten, und alle machten ihre Sache ausgezeichnet. Am Ende belohnten die Gäste die Gruppe mit herzlichem Applaus.
Das Stück spielt in "Odelmannshofen", wo der ledige Bauer Eugen Reitmeier (Roland Seufert) mit seiner ebenfalls unverheirateten Schwester Josefa (Renate Staab) den elterlichen Bauernhof bewirtschaftet. Massive wirtschaftliche Sorgen bedrücken, auch wenn beide mit ihrem Singledasein zufrieden scheinen. Das gilt nicht für die naive Magd Kunni (Margarete Müller), die krampfhaft nach einem Mann fürs Leben sucht wie auch die Nachbarin Erna (Beate Werner), die eine gut gehende Ferienpension führt und ein Auge auf den Bauern geworfen hat.
Schon die Bauernstube verrät, dass bei den Reitmeiers einiges schief läuft. Chaos rundum, wieder gibt es Eintopf, die Teller sind nicht gespült, die Bewohner löffeln reihum aus dem Topf. Josefa, die auf dem Hof die Hosen anhat, werkelt lieber am Traktor als sich um den Haushalt zu kümmern. Allerdings ist sie erfinderisch, wenn es ums Geld aus EU-Subventionen geht, um sich über Wasser zu halten. Da nimmt sie es mit der Wahrheit nicht so genau. Die Nachbarin umschwärmt ihren Bruder, der im Hafen der Ehe zu viele Kriegsschiffe befürchtet. Da überbringt der Postbote (Jonas Rauh) einen Brief, in dem sich Frau Niesenziepf (Melissa Seufert) als Beamtin des Landwirtschaftsministeriums ankündigt, um die Zuwendungsdaten zu überprüfen. Der Schwindel droht aufzufliegen. Jetzt wird`s brenzlig.

Öl in Odelmannshofen

Bauer Eugen hat noch ein Ass im Ärmel: Unter seinen Äckern schlummern reiche Ölvorräte. Zusammen mit dem Bürgermeister, einem "schlauen Fuchs" (Erich Werner) hat er bereits ein Konsortium gegründet und den Scheich Abdullah al Dami (Hubert Greubel) als Investor gefunden. Es riecht schon wie in Texas nach Öl, Eugen träumt als "J. R.", die Magd als "Sue Ellen". Der Scheich kommt und findet die Frauen als "very nice" für seinen Harem. Vor allem Magd Kunni ist ganz aus dem Häuschen, während Bäuerin Josefa den fernen Gast als Wüstenheini betitelt und zurück zu seiner "Sultanine" schicken will. Zu allem Unglück kommt die Beamtin vom Landwirtschaftsministerium, um die Subventionsansprüche zu prüfen.
Nach turbulenter und durchzechter Nacht scheinen alle Träume zu verfliegen: Keine Ölquellen, doch dafür heißes Wasser, für den Bürgermeister gleich "Plan B" mit Odelmannshofen als mondänen Kurort. Alle Probleme sind überwunden: Der Scheich schwebt mit seiner Kunni, der "schönsten Frau von Germany", im siebten Himmel und investiert "Kohle en masse". Der Bauernhof wird zur Wellnessoase, EU-Mittel sind nicht mehr nötig. Und Josefa darf jubeln: sie bekommt einen ganzen Fuhrpark voller "900er Fendt".
Für 2014 wird wieder ein Ja erwartet, wenn im Pfarrgemeinderat die Frage auftaucht: "Spielen wir Theater?".