Am 13. und 14. Juli findet das erste Rhöner Alphorn-Treffen statt. Mehrere hundert Alphörner werden an diesen Tagen in Bad Brückenau sowie am Kreuzberg, beziehungsweise der Gemündener Hütte, erklingen.

"15 Jahre Alphornbläser Schwarze Berge, Geroda, waren Anlass, ein solches Treffen zu organisieren", informiert Ingrid Schubert, die Leiterin und Gründerin der Gruppe. "Mit diesem Alphornbläser-Treffen möchte die Gruppe das Alphorn wieder populär in unserer Region machen." Das ist so abwegig nicht. Ingrid Schubert betont, dass das Hirtenhorn Vorläufer des Alphornes war, und das Hirtenhorn wurde auch in der Rhön gespielt. "Wenn das Signalinstrument der Ziegen- und Kuhhirten ertönte, wusste man im Dorf, dass der Hirte die Tiere sammelte", informiert die Vorsitzende. Dieses Horn hatte früher als Lock- und Verständigungsinstrument seinen festen Platz - es war das "Handy" der Hirten von früher.

Ein original fränkisches Hirtenhorn befindet sich im Besitz des Hauses der Volkskunst in Dürrwangen. Das Horn ist aus einem gewachsenen Wacholderstamm gearbeitet und mit Weidenstreifen umwickelt. Das Horn hatte eine Länge von etwa 1,60 Metern.

Die heutigen Alphörner hingegen haben eine Länge von 3,40 bis 3,64 Meter - je nachdem in welcher Tonart sie gestimmt sind. Selbst im Allgäu war das Alphorn viele Jahre nicht mehr gebräuchlich. Der Volksmusikpfleger Michael Bredl nahm sich Anfang der 60er Jahre der Verbreitung des Alphorns im Allgäu wieder an.

Gänsehaut-Feeling

Bereits über 160 Alphornspieler aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz haben für das Treffen in der Rhön zugesagt. So werden im Rahmen des historischen Parkfestes im Staatsbad Bad Brückenau Einzelvorträge schon ab 16 Uhr zu hören sein. "Gänsehaut-Feeling" ist angesagt, wenn gegen ca. 22.30 Uhr ein Gemeinschaftskonzert aller Alphornbläser bei Fackelschein auf der Freitreppe des Kursaalgebäudes stattfindet und die Alphorn-Serenade mit den mächtigen und majestätischen Klängen durch das Sinntal hallt. Allein hier werden nach momentanem Stand rund 120 Bläser beteiligt sein.

Am Sonntag ist dann der Heilige Berg der Franken, der Kreuzberg, das Ziel der Bläser. Hoch droben auf dem höchsten Berg der bayerischen Rhön, direkt an den Kreuzen, wird dieser Jubiläumstag musikalisch gegen 10 Uhr begrüßt. An der Gemündener Hütte findet im Anschluss die Vorstellung der einzelnen Alphorngruppen statt. Auch dort werden wieder Einzelvorträge der Gruppen dargebracht.

Gewaltige und kraftvolle Töne des Massen-Chores an der Gemündener Hütte werden gegen 16 Uhr die Luft der Rhöner Berge mit ihrem Klang erfüllen. Hierfür haben sich sogar rund 170 Bläser angekündigt.
Die tiefen Klänge des Alphorns sind ein Juwel der Volksmusik und heute - weiter südlich gesehen - längst fester Bestandteil von Kultur, Tradition und Heimatverbundenheit.

"Dieses internationale Alphornfestival ist natürlich auch eine wunderbare Werbung für unsere Heimat, das Biosphärenreservat Rhön", sind sich Priska Kolbeck und Gerhard Vieres von den Alphornbläsern Schwarze Berge einig.