Mehr Diebstähle, mehr Sachbeschädigungen und mehr Betrügereien, vor allem im Internet: Die Zahl der Straftaten hat im Landkreis Bad Kissingen im vergangenen Jahr zwar um 13,8 Prozent gestiegen, aber: "Das liegt überwiegend an den Straftaten niedriger und mittlerer Qualität", relativiert Stefan Haschke, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Bad Kissingen die Kriminalitätsstatistik, und: "Wir haben so gut wie keinen Mord und Totschlag. In der Rhön leben, heißt sicher leben."
Die mit Abstand größte Dienststelle im Landkreis ist die PI Bad Kissingen, das schlägt sich auch in der Statistik nieder: Die 2238 registrierten Straftaten machen 58,4 Prozent aller Straftaten aus. Auch der größte der Teil des Anstiegs der Kriminalität entfällt auf Bad Kissingen: Um 407 Straftaten, also 22,2 Prozent, stieg die Zahl der Delikte. Im Raum Bad Brückenau gab es eine Steigerung von 743 auf 840 Taten, also plus 107 Fälle oder 14,4 Prozent.


Gewalt gegen Polizisten

Lediglich im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Hammelburg war der Trend auch im Jahr 2016 weiter rückläufig - von 792 auf 744 Fälle, also minus 6,1 Prozent. Laut Alfons Hausmann, Leiter der PI Hammelburg, erreichte die Zahl der Delikte einen historischen Tiefstand. Trotz der allgemein beruhigenden Entwicklung gibt es doch immer mal wieder den einen oder anderen außergewöhnlichen und daher Aufsehen erregenden Fall. Im Jahr 2016 war es die Kontrolle eines Pärchens aus der rechten Szene, bei der der Mann mit einem Eisenrohr auf einen Polizisten losging.
Große Unterschiede gibt es im Landkreis bei der Zahl der Straftaten im Verhältnis zur Bevölkerung: Im Raum Hammelburg gab es, statistisch gesehen, im Jahr 2016 nur 2705 Straftaten je 100 000 Einwohner, dagegen waren es im Norden des Landkreises, also im Zuständigkeitsbereich der PI Bad Brückenau, mehr als doppelt so viel: 4500 betrug dort die so genannte Häufigkeitszahl. Die PI Bad Kissingen liegt mit 3925 Delikten pro 100 000 Einwohner knapp darunter, allerdings ist die regionale Verteilung innerhalb des Dienstbereiches sehr unterschiedlich: Die Stadt Bad Kissingen ist mit einer Häufigkeitszahl von 6711 absoluter Spitzenreiter: 1456 der 2238 Fälle, also rund zwei Drittel, entfielen auf die Große Kreisstadt. Zum Vergleich: In Münnerstadt liegt die Häufigkeitszahl bei 3579, in Burkardroth nur bei 1334, am sichersten lebt man statistisch gesehen in Rannungen mit 1163 Straftaten auf 100 000 Einwohner. Absolut waren es 14 Straftaten im Jahr 2016.
Keine große Auswirkung auf die Sicherheitslage in der Öffentlichkeit haben laut Stefan Haschke die Zuwanderer, also Asylbewerber, geduldete oder Kontingent-Flüchtlinge: Im Bereich der PI Bad Kissingen steuerten 52 Zuwanderer 71 Fälle bei, also 4,6 Prozent aller Delikte in der Statistik. Alleine 40 Fälle seien Körperverletzungen gewesen. "Und das meist intern, also in den Unterkünften", verweist Haschke darauf, dass die heimische Bevölkerung so gut wie nie betroffen sei. Im Raum Bad Brückenau ermittelte die Polizei in 32 Fällen gegen insgesamt 22 Zuwanderer. "Das spielt bei uns keine große Rolle", sagt auch Hausmann für den Bereich Hammelburg. Die Zahl der ausländischen Täter insgesamt liegt deutlich höher: Rund 13 Prozent der Täter haben keinen deutschen Pass.