Seit zwölf Jahren richtet die Bund Naturschutz-Kreisgruppe Bad Kissingen nun schon ihr Zeltlager im Schondragrund bei Detter aus. Für viele Kinder ist dies eines der Highlights des Jahres. Doch auch die schönste Zeltlagerzeit ist einmal vorbei, denn die Veranstaltung wird nur für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr angeboten.
Und so entstand die Idee, eine Alternativ-Veranstaltung für die größeren Kinder anzubieten, gerne auch terminlich losgelöst vom Zeltlager. Schnell befand man, eine Abenteuertour entlang der Schondra mit Übernachtung sollte für die Zielgruppe ansprechend sein. Als Betreuer boten sich Rainer Nelkenstock und Jürgen Hüfner an.
Die beste Vorbereitung auf eine solche Tour ist, die Strecke im Voraus abzulaufen. So trafen sich die beiden zunächst zu einem Vorgespräch. Und Ende März stand - mit Wanderschuhen und Rucksack ausgestattet - eine Schondrataldurchquerung an, um die Übernachtungsplätze und deren Zufahrten für die Verpflegung auszukundschaften.
Um die Tour ganz offiziell zu machen, erkundigte sich Eva Reichert-Nelkenstock beim Landratsamt Bad Kissingen. Zunächst galt es, die jeweiligen Flurnummern, Besitzer und Pächter der Grundstücke herauszufinden und deren Einverständnis zu bekommen. Das war gar nicht so einfach. Viele Telefonate später wurde aber auch diese Hürde genommen - und die Tour konnte beginnen.
Neun Jugendliche aus verschiedenen Ecken des Landkreises trafen sich an einem Freitagnachmittag, um zum Ausgangspunkt der Tour befördert zu werden, nach Gräfendorf.
An der alten Papiermühle stieg die Gruppe, verstärkt durch die Hunde der Betreuer, Amber und Lucky, ins Schondratal ein und bewegte sich bachaufwärts ihrem ersten Etappenziel entgegen. Der erste Baumstamm, der quer über der Schondra lag, wurde schon zur Überquerung genutzt, die erste Bewährungsprobe für die Gruppe. Beim zweiten gab's dann auch schon mal nasse Füße, aber das Tagesziel war bald erreicht.
Das Areal rund um die Hütte am Ringgraben wurde freundlicherweise von Besitzer Florian Adrio sowie Pächter Norbert Kreuzer zur Verfügung gestellt. "Für die Jugend machen wird das gerne", war im Vorfeld von Kreuzer zu hören.
Der Transport von Schlafsäcken und Verpflegung war bereits vollzogen, hier waren Eva Reichert-Nelkenstock und Steffi Hüfner unbemerkt im Hintergrund tätig gewesen. Im Nu war Feuer gemacht, der Grillabend konnte beginnen, nasse Schuhe wieder trocknen. Mit einsetzender Dunkelheit stand ein Abstecher in den Wald an, Gruselgeschichten inklusive.

Nacht unter freiem Himmel

Das Nachtlager wurde unter freiem Himmel aufgeschlagen, da kein Regen zu erwarten war. Dank ausgefeilter Logistik gab es am nächsten Morgen sogar frisch aufgebackene Brötchen und Tee, bevor die nächste Etappe anstand. Die Gruppe hatte sich gerade in Marsch gesetzt, als einer der Hunde einen Überraschungsgast aufspürte - einen Biber. Dieser ließ sich vor den staunenden Augen der Wanderer gemächlich hin und her treiben und schien sich von deren Anwesenheit nicht weiter stören zu lassen.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause erreichten die Abenteurer Heiligkreuz und arbeiteten sich noch bis zum Mittelmühlsteg vor, wo das zweite Etappenziel lag. Aufkommender Regen machte eine improvisierte Überdachung mittels einer Plane nötig, die - kaum gebaut - auch gleich von allen genutzt wurde, bis der Schauer vorüber war. Um das Lagerfeuer herum entstanden schnell zwei weitere Schutzzelte, so dass alle trocken liegen konnten. Der Eintopf, der schließlich am Dreibein köchelte, war ein echtes Gemeinschaftswerk. Jeder hatte einen Beitrag dazu geleistet, und mit der warmen Mahlzeit im Bauch kehrte Gemütlichkeit ins Lagerleben ein.
Nachdem tags darauf alles nach Möglichkeit wieder so verlassen wurde, wie man es vorgefunden hatte, ging der letzte Abschnitt an den riesigen Sandsteinfelsen unterhalb des Wildweibsteins vorbei hin zum kleinen Weiler Heckmühle, wo der vereinbarte Endpunkt der Tour war. Frau Preissendörfer von der Schaubs-Mühle stellte dort ihre Pergola zur Verfügung, wo die Betreuer-Frauen mit frisch zubereiteten Hamburgern aufwarteten. Und am Ende waren sich alle einig: Die Tour war absolut gelungen und schreit förmlich nach einer Wiederholung.