Bad Kissingen — Schwappt über das St.-Elisabeth-Krankenhaus eine Kündigungswelle? Die Rede ist von zwölf bis 13 Medizinern, die gekündigt haben, oder das noch tun wollen. Die Unternehmenskommunikation der Helios Kliniken GmbH spricht dagegen von aktuell sechs Kündigungen. Wobei hinzukommt, dass auch der Klinik-Geschäftsführer im kommenden Jahr das Krankenhaus verlässt.
Gegenüber der Zeitung wollte sich keiner der Mediziner äußern, bei denen wir Stellungnahme über die Gründe der Kündigung einholen wollten. Nur so viel: Alle haben nach der Übernahme des Elisabeth-Krankenhauses durch die Helios Kliniken GmbH am 1. März dieses Jahres gekündigt. Kissinger Ärzte, die nicht im Eli arbeiten, sprechen von Exodus und Desaster. Für all diese Kündigungen macht Klinik-Geschäftsführer Marcus Plaschke persönliche Gründe verantwortlich. Das gelte auch für ihn selbst: "Das hat nichts mit dem Elisabeth-Krankenhaus zu tun", sagt Plaschke, "ich stehe absolut hinter den Menschen hier im Krankenhaus."

Unglückliche Umstände

Plaschke spricht vielmehr von einer Verkettung unglücklicher Umstände und Zufälle. So wolle zum Beispiel einer der Chefärzte, die das Krankenhaus verlassen, in seine angestammte Heimat zurück, während der frühere Ärztliche Direktor des Hauses, Dr. Michael Kahle, altersbedingt ausscheide. "Es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen", fährt Plaschke fort. Die medizinische Versorgung im St.-Elisabeth-Krankenhaus bleibe in allen Fachabteilungen gesichert. So hätten manche Ärzte vorerst nur angekündigt, dass sie gehen wollen, seien also noch im Dienst. "Es wird nach Nachfolgern gesucht, wir sind im Auswahlverfahren", betont der Geschäftsführer.

Sache des Krankenhauses

Laut dem Regionalleiter der Helios-Unternehmenskommunikation, Heiko Leske, haben sechs Mediziner des St.-Elisabeth-Krankenhauses gekündigt. In allen Fällen unterstellte er persönliche Gründe. Die Nachbesetzung ist laut Leske Sache des Krankenhauses. Die Arbeitsverhältnisse bestünden zwischen den Ärzten und der Klinik und nicht mit Helios. Wenn die Klinik jedoch darum bitte, werde Helios geeignete Nachfolger ansprechen. Bliebe die Frage der Notarzt-Einsätze. "Das St.-Elisabeth-Krankenhaus kann die Notärzte nicht mehr parallel aus dem regulären Klinikbetrieb stellen", sagt BRK-Rettungsdienstleiter Rudolf Baier. Wobei Baier betont, dass der Notarztdienst dennoch sichergestellt sei. Das bestätigt auch der Chefarzt des Roten Kreuzes, Dr. Ralph Brath.

Notarzt nur während der Freizeit?

"Es habe mal so, mal so geheißen. Nach unserem Informationsstand dürfen die Kollegen aus dem St.-Elisabeth-Krankenhaus nur noch in der Freizeit als Notarzt ausrücken", so Dr. Brath weiter. Und das habe man bei der Planung berücksichtigt und andere Kollegen eingeteilt.

Noch immer möglich

Geschäftsführer Marcus Plaschke dementiert: "Wir haben uns nicht aus dem Notarztdienst zurückgezogen." Es sei nach wie vor möglich, dass ein Arzt während der Dienstzeit rausgerufen wird, allerdings sei das Sache der Diensteinteilung. Und natürlich gebe es Ausnahmen, dann, wenn der Arzt zum Beispiel im OP am Patienten stehe. "Es hat sich nichts geändert", versichert Plaschke.