Man braucht keine international bekannten Künstler, um den Regentenbau zu füllen - die Gruppe "8beat" schaffte es, mit einem durchaus gemischten Publikum jeden Sitzplatz im Parkett zu füllen und dieses Publikum mit ihrem musikalischen Percussions-Streifzug am Ende zu "Standing Ovations" anzuregen.

Reizüberflutung könnte als Titel über dem Konzert von "8beat" stehen, das die jungen Musiker aus dem Umfeld des Kisspercussiva-Ensembles der Kissinger Musikschule im Max-Littmann-Saal des Regentenbaus zelebrierten: überdimensionierte Bässe, die den Herzschlag der Gäste bestimmten, symphonische Wucht, die das Trommelfell dehnte, und Lichterarrangements, die sich in die Netzhaut brannten. Bis in den Balkon hinauf spürte man im Gebälk des ehrwürdigen Regentenbaus die musikalische Wucht hinter den 18 Stücken, die teils von Mitgliedern der Band komponiert worden sind, teils als sogenannte "Trailer-Musik" die Titelmelodien bekannter Filme präsentierten. Um diese Wucht über das ausverkaufte Parkett loslassen zu können, hatten die technikbegeisterten Musiker ein eindrucksvolles Equipment aufgebaut: fünf Bassboxen mit einem Volumen von einem Kubikmeter anstelle der ersten Reihe und weitere Lautsprecher in den lichten Höhen des Max-Littmann-Saals, ein hochwertiges Mischpult als Schweizer Präzisionsgerät, computergesteuerte Lichtelemente mit Beamer, Movingheads, Lasern und LED-Technik - und die Man-Power, um innerhalb von vier Tagen Kabelstränge zu verlegen, Mikrofone anzuschließen und die gewünschte Technik abzustimmen.

Hinter dem Bandnamen "8beat" verbergen sich junge Musiker, die die Liebe zu Percussions-Instrumenten zusammengeführt hat und die diese Liebe immer noch als Hobby begreifen. Im Hintergrund ist Michael Nöth der Arrangeur und die treibende Kraft, wobei diese Energie für "einmalige Auftritte" genutzt wird. So konzentrierte sich auch die Planung des Jahres 2018 auf den Auftritt im Regentenbau, wobei die Grenzen der Percussion überschritten worden sind. Neben der Standard-Instrumentalisierung mit Schlagzeug, Marimba, Bongos, Xylophon, Keyboard, E-Gitarren und sonstigen Rhythmus-Instrumenten überraschte das Ensemble mit Staatsbad-Philharmonie-Streichern, Bläsern und Sängern auf der Tiefe der Bühne. Damit wurden nicht nur die Instrumentalstimmen der multifunktionellen Musiker um einen orchestral-konzertanten Touch erweitert, sondern mit dem Gesang auch die musikalische Bandbreite. Die musikalischen Fähigkeiten aller Beteiligten zeigt sich unter anderem daran, dass sie nur zweimal zu einer gemeinsamen Probe zusammenkommen konnten - das dritte Zusammentreffen aller Akteure war bereits das Konzert.

In dem über zweistündigen Konzert überwog die Musik. Moderation war auf das Nötigste beschränkt und auch die notwendigen Dankesworte an Staatsbad GmbH und Sponsoren waren eher sparsam - bis auf die Laudation für Michael Nöth. Der hatte seine Aufgaben bereits im Vorfeld erledigt, und dies nicht nur in der Vorbereitung des Konzerts mit der Auswahl der Musikstücke und deren Arrangements. Vielmehr legte er schon vor zehn Jahren den Grundstock mit der Komposition "Blue Sky", die auch diesmal Teil des Konzerts waren. Darüber hinaus waren weitere Stücke wie "Ancient Tribes", "For all my friends", "In die Fresse" oder "Forgotten World" (Co-Komponist Louis Schroll) zu hören. Bei den anderen Musikstücken bediente man sich aus dem großen Fundus des Film-Komponisten Hans Zimmer, der die Titelmelodien zu zahlreichen Filmen und einigen "Blockbustern" geschrieben hat. "Gladiator" und "Interstellar" waren ebenso vertreten wie "Come Alive" oder "A Million Dreams" aus dem Film "The Greatest Showmann". Besonders anspruchsvoll war das Stück "160BPM" aus dem Film "Illuminati" - einerseits im 7/8-Takt geschrieben, wobei während des Stücks in andere Taktarten wechselt.

Auch wenn in den 18 Stücken die Percussion-Elemente überwogen, so wurden durch Streicher, Bläser und Sängerinnen/Sänger musikalische Schwerpunkte gesetzt, die das Publikum zu begeistertem Applaus mit Zugabe-Rufen animierten. Mit "Inception" - aus dem gleichnamigen US-Science-Fiction-Film mit Leonardo DiCaprio - zeigte jeder einzelne Akteur nochmals sein musikalisches Engagement und die Technik ergänzte alles zu einem furiosen Schlussakkord, der in einem überschäumenden Schlusswort mündete: "Ich hoffe, der Abend war für Euch genauso geil wie für uns!"

Die Akteure:

Gesang: Mona Lauter, Alexandra Jany und Felix Blaßdorfer, sowie die Streicher von der Staatsbad Philharmonie.

8beat: Michael Nieland (war über Skype aus Australien zugeschaltet), Philip Schroll (Schlagzeug),

Louis Schroll (Gitarre, Bass, Percussion), Niklas Fischer (Marimba, Percussion), Erik Fischer (Gitarre), Moritz Memmel (Marimba, Percussion), Noé Osorio (Marimba, Percussion), Johannes Müller (Keyboard), Michael Nöth.

Als Externe waren dabei Felix Geßner (Bass), Felix Metz (Euphonium), Ferdinand Kässner (Euphonium).