Drei Tage lang feierten am Wochenende in Rupboden Groß und Klein gemeinsam das 700-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung ihres Dorfes, das 1317 im Lehenbrief der Herren von Henneberg erstmals genannt wurde. Den absoluten Höhepunkt gab es gleich zum Auftakt: Am Samstagabend spielte die "Münchner Zwietracht", die "populärste Oktoberfestband der Welt", wie die Musiker sich selbst beschreiben - und das wohl zu Recht.

"Tausend Gäste waren gekommen", schätzt Karl Kohlhepp, Mitglied im Rupbodener Geschichtsverein. "Und das bei nur 243 Dorfbewohnern." Aus Hessen und ganz Unterfranken seien die Besucher angereist, um die "Zwietracht" zu erleben, die nach Tourneen durch die USA, Mexiko, Brasilien und Korea nun auch in Rupboden aufspielte. Die Stimmung bei den Gästen war entsprechend: Ab 2.30 Uhr war der Ausschank zwar wie vorgeschrieben geschlossen, doch der harte Gäste-Kern soll bis in den frühen Morgen gefeiert haben, wie sich schon am nächsten Tag im Dorf herumgesprochen hatte.


Geschichte des Dorfes

Am Sonntag war nach dem Festgottesdienst eine gute Gelegenheit, sich in aller Ruhe die reich bebilderte Geschichtsausstellung im Festzelt anzuschauen. Ausstellungsstücke und Hunderte von Fotos hatten die Organisatoren zu diesem Anlass zusammengetragen. Längst verschüttete Erinnerungen förderten die Dokumente vor allem bei den älteren Dorfbewohnern zutage und die jüngeren dürften gestaunt haben. Zum Mittagessen sorgte der Musikverein Zeitlofs für gute Stimmung.


Ausflug mit dem Planwagen

Lebendig wurde die Rupbodener Geschichte beim Familiennachmittag am Sonntag: Im Planwagen ließen sich die Festbesucher im Dorf von Haus zu Haus fahren. Viele Häuser waren mit Jubiläumsfähnchen und Blumen geschmückt, einige Eigentümer hatten ihr Grundstück mit Ausstellungsstücken dekoriert und mancherorts wies ein Holzschild mit Erläuterungen auf die Geschichte des Hauses oder Grundstücks hin. Wo der Kolonialwarenladen früher stand, ist heute ein Wohnhaus, wo einst die Poststelle war, ist heute nur noch Wiese. Andere Besucher ließen sich an der alten Unterführung am Ortseingang aus Weißenbach die Geschichte dieser alten Brücke erklären: Hier war mal eine Reichsautobahn geplant. Heute führt der Weg über die Brücke in den Wald. "Rupboden war damals der einzige Ort im Sinntal mit Bahnhof und Autobahnstrecke", weiß Hobbyhistoriker Kohlhepp. Wie sähe wohl sein Dorf jetzt aus, wenn die Autobahn tatsächlich gebaut worden wäre?

Heute geht es in Rupboden eher beschaulich zu. Das zeigte sich vor allem am Sonntagnachmittag bei sengender Sonne: Während sich viele Erwachsene wohl noch vom Vorabend erholen mussten, nutzten die jüngsten Festbesucher die Gunst der Stunden beim Ponyreiten und Turnen auf den riesigen Hüpfburgen.

Stimmung war noch einmal am Montag ab 15 Uhr beim Heimatnachmittag mit den Waldfensterer Rucksackmusikanten angesagt. Abends gab es zünftiges Schlachtschüsselessen. "Das ist in Rupboden Tradition: Immer montags nach jedem Volksfest", erklärt Kohlhepp. Für Musik sorgten die "Original Weißenbacher Schlosshofmusikanten".


Fest für die ganze Familie

"Es sollte ein Fest für alle sein, und es war wirklich ein tolles Fest für die ganze Familie", freuten sich Cheforganisator Thomas Hüfner und alle Helfer nach Abschluss der stimmungsvollen 700-Jahr-Feier.