Am Samstag wollen die rund 50 Mitarbeiter von Kaufland in Bad Kissingen streiken. Sie gehen vor allem gegen den Abbau von Schutzregelungen, die Kürzung der Spät- und Nachtzuschläge, eine Abgruppierung bei der Verkaufstätigkeit und Billiglöhne für die Warenverräumung auf die Barrikaden. Nachdem sie zunächst vor der Kaufland-Niederlassung demonstriert hatten, zogen die knapp 50 Beschäftigten, unter ihnen zwei männliche Mitarbeiter, am Freitag durch Kissingens Innenstadt und verteilten Handzettel.

Der Betrieb in der Kauflandniederlassung ging derweil laut Kundenaussagen mit externen Kräften weiter. Wie auf den Handzetteln und Flugblättern zu lesen war, fanden am 7. Mai erste Tarifverhandlungen im bayerischen Einzelhandel in München statt. Gefordert wurden "Wertschätzung und Anerkennung der Beschäftigten durch dringend notwendige Entgelterhöhungen .... weil die Beschäftigten es verdient haben", so die Vereinigte Dienstleistungsgesellschaft (Verdi).

Weit weg von Einigung

Statt eines Angebotes seitens der Arbeitgebervertreter seien aber nur Gegenforderungen gestellt worden. "Die Arbeitgeber haben bisher noch keinen Cent zugestanden", so Verdi- Gewerkschaftssekretär Peter König. Viele der Kaufland-Mitarbeiter arbeiteten in Teilzeit und, so berichten sie "wir sollen für 20 Stunden bezahlt werden, sollen aber 70 Stunden auf Abruf zur Verfügung stehen". Nachdem auch die Verhandlungen Mitte Juni ergebnislos blieben, "die Arbeitgeber waren in der laufenden Verhandlungsrunde unbeweglich", geht es nun am 15. Juli in die dritte Verhandlungsrunde. Bis zum Samstag wollen alle Kissinger Kauflandmitarbeiter vorerst streiken, für die meisten von ihnen ist es der erste Streik überhaupt in ihrem Leben und dementsprechend zurückhaltend äußern sie sich.